Teil 9

05.11.08

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Beenos Senf, Teil VIII

 

Hallo Leute,

 

 

 

 

nun ist doch wieder ein ganzes Jahr vergangen, seitdem ich mich bei Euch gemeldet habe. Ich hatte mir fest vorgenommen, wesentlich früher Laut zu geben. Aber die heutige Zeit ist so hektisch und geht so schnell vorbei, man bekommt nichts mehr geschafft. Jetzt bin ich fast 10 Jahre alt, ein stolzes Alter für einen Boxer-Rüden. Ich habe vor, Euch noch eine Weile über meine Erlebnisse zu berichten, mir geht es nämlich wirklich richtig gut. Naja, die Knochen spielen nicht immer so mit, auch ist meine Kondition nicht mehr die Beste, aber wenn man mich alles etwas vorsichtiger und langsamer machen lässt, dann geht das alles noch ganz gut. Mich hetzt ja schließlich keiner.

Also dieses Jahr hatte es so richtig in sich. Es war aufregend, spannend, voller Erlebnisse und auch ein bisschen traurig. Aber so ist das Leben, wir müssen es so nehmen wie es kommt und immer das Beste daraus machen. Dass man auch die Zeiten übersteht, wo es mal nicht so rund läuft, dafür hat man Freunde. Auf die konnten wir uns auch in diesem Jahr wieder so richtig verlassen. Danke Euch allen.

 

So, was hat denn das Jahr so alles für mich gebracht. Zunächst war es lange sehr, sehr kalt. Mir hat das nicht so viel ausgemacht, aber Frauchen und Herrchen haben immer gestöhnt und gezittert. Das kommt davon, wenn man fast immer eine Heizdecke im Bett hat und alle Heizkörper hoch stellt und auch in der Wohnung mit dicker Jacke sitzt. Dann friert man halt immer. Wenn es mir zu kalt ist, dann kuschele ich mit meinen Mädels, das hält warm und macht Spaß.

Ostern sind wir dann zu unserem Freund Ede nach Wilhelmshaven gefahren. Haben dort mit dem Wohnwagen auf dem Hundeplatz gestanden. Das war praktisch, Tür auf und raus. Der ganze Platz ist nämlich eingezäunt, wir konnten nicht weg, hatten aber jede Menge Wiese nur für uns allein. Haben dort auch mein altes Herrchen Wolli getroffen und sind dann viel auf den Wiesen fährten gewesen. Schon da habe ich mir sehr intensiv mein Hummelchen angesehen. Die hat wirklich Talent für die Fährte. Sie sucht ruhig, langsam und gut. Ich werde ihr weiterhin Ratschläge geben und ihr helfen, so als Coach.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir wieder zu Hause waren ist unser Herrchen einfach so umgefallen. Er musste ins Krankenhaus. Als er wieder zu Hause war konnte er aber noch nicht mit meiner Eyka weiterarbeiten. Frauchen musste wieder ran und ist mit ihr Prüfung gelaufen. Ja, dann haben die beiden in Bad Kreuznach tatsächlich eine Qualifikation für die Landesmeisterschaft erreicht. Die zweite Quali schafften sie in Gießen. Mein Frauchen und meine Eyka bei der Landesmeisterschaft, das war eine tolle Sache. Leider hat Frauchen an der Hürde einen Fehler gemacht, so dass 5 Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft fehlten. Macht aber nichts, die Beiden hatten ein tolles Jahr. Mein Hummelchen hat uns einige Sorgen gemacht. Ende letzten Jahres hatte sie sich einen Fangzahn abgebrochen und musste in Duisburg operiert werden. Trotzdem hatte sie beim Schutzdienst Schmerzen. Ein anderer Arzt stellte zwei Eiterherde im Zahnfleisch fest, die dann auch wegoperiert wurden. Dann endlich konnte Frauchen mit ihr weiterarbeiten. Bei der Gruppe Bergstraße in Bürstadt hat sie dann im September die Zuchttauglichkeitsprüfung bestanden und im Oktober in Bad Kreuznach die FH I und in Koblenz die VPG I. Bei meinem Freund Hans in Wachtberg ist sie dann noch eine FH I mit 96 Punkten gelaufen. Also ich habe viel Spaß an der Kleinen, hoffentlich erlebe ich sie noch auf einer großen Meisterschaft. Wenn ich das schon nicht geschafft habe, meinem Hummelchen drücke ich alle Pfoten ,dass sie es packt.

Im Sommer waren wir fast zwei Wochen bei meinem alten Herrchen Wolli im Jeverland. Das hat richtig gut getan. Hier habe ich auch mit meinen Schwestern Beka und Gipsy (Bonna) gespielt. War richtig schön mit der Verwandtschaft.

In Münster bei den Deutschen Meisterschaften haben wir uns dann alle wiedergesehen.

Der Joachim und die Gaby standen mit ihrem Wohnwagen direkt neben uns. Das sind die mit dem Querido. Unsere Auseinandersetzung bei der Prüfung in Bad Kreuznach ist ja nach Meinung aller unentschieden ausgegangen, obwohl ich mich nach Punkten klar vorne sah. So warteten wir Beide im Wohnwagen sitzend hinter den Scheiben auf eine Chance zur endgültigen Klärung. Ich verstehe überhaupt nicht, dass man uns diese Chance nicht geben will. Joachim und Frauchen achten immer genau darauf wo wir sind. „pass auf, der Querido ist draußen“ ….“ich schließ erst mal den Dicken weg“ usw., so sind sie halt alle Spielverderber.

Hier in Münster habe ich mich mit einem ganz komischen Gefühl von meiner Schwester Gipsy verabschiedet, ich habe ihr lange nachgeschaut. Es war wirklich das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe, denn einige Wochen später ist sie gestorben. Tschüß meine Schwester, Du warst toll. Ich werde Dich nie vergessen und reservier uns da oben eine gute Fährtenwiese.

 

 

 

 

 

 

 

 

Textfeld: Tschüß Gipsy

 

Leute und dann begannen Frauchen und Herrchen Planungen von denen ich wirklich nicht weiß was ich davon halten soll. Die Beiden telefonierten und diskutierten unwahrscheinlich viel. Und immer fiel der Name Hummel und es ging darum „wann wird sie endlich heiß“. Es drehte sich alles nur noch um unser Nesthäkchen. Ich habe mir dann so Einiges zusammengereimt und wirklich, der Zwerg soll Babys bekommen. Ganz viele dieser kleinen Würmer, das ganze Haus voll von diesen Zwergen. Stellt Euch das mal vor, wie soll ich dann noch in Ruhe schlafen, wo soll ich denn dann noch Platz haben. Herrchen hat mich dann versucht zu beruhigen, er meinte die bleiben nicht lange, nach ein paar Wochen bekommen die alle ein neues Herrchen und sind weg. Wirklich alle???? Naja, vielleicht bleibt eine Zwergin hier, aber nur vielleicht. Glauben tu ich denen nichts mehr. Und die haben wirklich ernst gemacht. Die sind mit der Hummel zu einem anderen Rüden gefahren. Ich war ihnen ja nicht gut genug. Vorsichtshalber haben die mir vor ein paar Monaten meine besten Teile entfernen lassen. Ich bin nun kein richtiger Rüde mehr. Es wäre das Beste für mich, danach würde es mir viel besser gehen. Die Schmerzen beim Pippi machen sind ja auch seitdem weg (unsere Tierärzte haben irgendetwas von einem Teil namens Prostata erzählt, das wohl entzündet war). Trotzdem habe ich mein Herrchen angeschaut und mir so gedacht was dem so alles gut tun würde…..Und nun warten wir alle auf einen Stall voller Zwerge, ich fass es nicht.

 

 

Ja, die Hummel, fassungslos beobachte ich immer wieder was die alles darf und was die sich alles erlaubt. Die klaut, bettelt, geht selbstverständlich zu Frauchen und Herrchen ins Bett. Wenn sie auf der einen Seite herausgeschmissen wird, geht sie auf der anderen Seite wieder rein. Hören ist ein Fremdwort für sie. Auch vor mir hat sie keinen Respekt. Selbst wenn ich in meinem Körbchen liege, sie legt sich einfach dazu. Es ist ihr vollkommen egal ob sie mir auf dem Kopf oder den Beinen liegt. Leute, so ein Biest habe ich noch nie erlebt. Was ist doch meine Eyka dagegen für ein liebes Mädchen und die kann einem schon gewaltig auf den Geist gehen. Aber es ist halt alles wie im richtigen Leben. Und Frauchen und Herrchen sagen dann auch noch immer „ist sie nicht niedlich, ja so muss ein richtiger Boxer sein“. Ich wollte auch immer ein richtiger Boxer sein, nur bei mir hieß das immer „lass das, pfui ist das, benimm dich“. Wahrscheinlich liegt es daran das Frauen immer mehr dürfen als wir Männer.

 

Beim Landesgruppen-Pokalkampf in Koblenz, da habe ich alter Mann es noch einmal allen gezeigt. Habe den Pokal für die beste Fährte mit 98 Punkten erhalten. Man darf halt die Alten nie abschreiben.

Vor ein paar Wochen habe ich im Jeverland bei meinem Wolli meine letzte Prüfung gelaufen. Mit Frauchen zusammen sind wir insgesamt 29-mal an den Start gegangen und haben dabei viel erlebt. Ich hatte immer Spaß, Frauchen sah das sicher manchmal etwas anders. Ich war immer der Meinung, dass der Spaß an der Sache das Wichtigste ist. Und wir haben viel gelacht.

Zum Schluss habe ich meine Sache doch noch recht gut gemacht. Ich habe denen zwei Gegenstände liegen gelassen, die sollten doch was zu diskutieren haben. Richtig Stolz war ich über die Kommentare der Zuschauer. „Tolle Suchleistung, warum hört der denn auf, der kann doch noch mindestens ein Jahr Prüfungen laufen“. Nee, nee liebe Leute, man muss immer wissen wann man aufhört. Ich heiße doch nicht Axel Schulz und lasse mich auspfeifen und vom Fährtengelände tragen. Ich gebe meine Erfahrungen lieber an das Hummelchen weiter und bleibe ein aufmerksamer Zuschauer.

 

So und nun wünsche ich Euch allen ein frohes Weihnachtfest und ein gutes und gesundes neues Jahr. Bleibt alle artig, streitet Euch nicht, genießt das Leben, denn es ist schön.

 

Bleibt meine Freunde und bis bald

 

Euer Beeno

 

 

 

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