Teil 8

05.11.08

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Beeno sein Senf             Teil VIII

Einige Begriffe:

VPG               

Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde, Stufe I, II und III

Besteht aus Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst, Höchste Punktzahl jeweils 100 Punkte

FH                  

Fährtenhundprüfung, Stufe I und II, Höchste Punktzahl jeweils 100 Punkte

Zuchtschau      

Ausstellung, ein Richter prüft, ob der Hund dem Rassestandard entspricht, bzw. wie nah er an den gewünschten Standard herankommt, verschiedene Klassen nach Farbe, Alter, Ausbildungskennzeichen oder Siegertiteln. Beste Beurteilung: V 1 = Vorzüglich, 1. Platz

 

Hallo Leute,

 

habe mir vorgenommen, nicht noch einmal so viel Zeit wie beim

letzten Mal vergehen zu lassen, um Euch meine Erlebnisse mitzuteilen. Habe momentan auch viel Zeit, da unser Herrchen uns schon eine ganze Weile alleine lässt. Frauchen sagt, er ist in Kur, er muss sich von uns erholen. Kann eigentlich nicht sein, denn wir sind doch seine tägliche Erholung. Frauchen muss nun zu Hause alles alleine machen. Sie schafft das aber ganz gut. Aber  irgendwie sind wir doch froh, wenn wir wieder alle zusammen sind.

 

Aber nun zu dem was wir so alles in den letzten Wochen erlebt haben. Zunächst waren wir mit dem Wohnwagen unterwegs. Lörrach hieß der Ort, wo wir unseren Wohnwagen hingestellt haben. Nicht irgendwo an die Straße, nein richtig auf einen Campingplatz. Wir waren alle ganz aufgeregt, denn schließlich war dies unsere „Camper-Premiere“. Aber es hat alles prima geklappt. Herrchen hat uns direkt am Eingang im Wohnwagen ein tolles Lager gebaut. Eine tolle Liegefläche auf der unsere beiden Körbchen stehen. Von hier aus haben wir alles im Blick. Drei Fenster sorgen dafür, dass uns nichts entgeht. Abends muss ich immer der erste auf dem Lager sein, damit mir die beiden Mädels nicht meinen Lieblingskorb belegen. Sie  wissen, dass es meiner ist, aber so richtig respektieren sie es nicht. Langsam geht es mir mit den Frauen wohl ähnlich wie Herrchen. Auf der anderen Seite des

 

Wohnwagens haben Frauchen und Herrchen ihr Bett. Bevor die beiden ins Bett gingen, hatte unser Hummelchen schon mehrere Versuche unternommen, diesen bequemen Liegeplatz als den ihren anzusehen. Es scheiterte jedoch an dem konsequenten „Nein“ von Frauchen. Aber unser Hummelchen wäre ja nicht unser Hummelchen wenn es sich von so etwas beeindrucken ließe. Keine 10 Minuten war in der ersten Nacht das Licht aus, da erhob sie sich, ganz vorsichtig kletterte sie am Fußbereich aufs Bett, setzte sich und wartete. Keiner kann mir erzählen, das Frauchen und Herrchen dies nicht bemerkt hätten. Doch keiner sagte etwas. Nach kurzer Zeit legte sie sich hin und fing an, sich ganz vorsichtig nach vorne zu robben. Als sie zwischen den Beiden in der Mitte des Bettes angekommen war, seufzte unser Hummelchen ganz glücklich. Sie hatte mal wieder ihr Ziel erreicht. Ich höre Frauchen noch reden, „die Hunde dürfen nie ins Bett“, ist das Hummelchen eigentlich kein Hund? Warum darf die all die Dinge, an die ich noch nicht einmal zu denken wage? Ich habe drei Monate gebraucht um aufs Sofa zu dürfen, es war ein harter Kampf. Frauchen sagt, im Wohnwagen ist das etwas anderes als zu Hause, das ist ja hier kein richtiges Bett. Na, ob unser Hummelchen das auch so sieht, wir werden es erleben.

 

Von Lörrach aus sind wir dann zusammen mit den Haui`s zu dieser großen Ausstellung nach Basel in die Schweiz gefahren. Zum Glück war tolles Wetter, denn bei gutem Wetter bleibt die Autoklappe immer auf und ich kann dann alles beobachten. Herrchen hat das Auto so hingestellt, dass alle an mir vorbeilaufen mussten. Ich hatte den ganzen Tag damit zu tun, allen klar zu machen, dass dies mein Auto ist und die beiden Mädels meine Mädels sind. Es haben schließlich auch alle verstanden.

Ich durfte mit Frauchen an dem Altersfrischewettbewerb teilnehmen (also ich habe teilgenommen, Frauchen hat mich nur geführt, sie ist ja noch nicht so alt). Hier hat mich ein Arzt untersucht, er hat festgestellt, dass es mit meiner Wirbelsäule nicht mehr so toll ist. Hätte ich ihm auch vorher selber sagen können. Manchmal merke ich das schon, da habe ich schon mal ganz schöne Schmerzen. Aber noch geht das alles. Es ist halt nicht immer so einfach, wenn man älter wird. Frauchen war mal wieder ganz aufgeregt als der Arzt ihr das erzählte. „Hoffentlich hat er keine Schmerzen“, Frauchen beruhige Dich, wenn ich Schmerzen habe, dann sage ich Dir das schon, mach Dir mal da keine Sorgen. Ich war mit meinen 8 1/2 Jahren der Jüngste bei dem Wettbewerb. Aber es hat zusammen mit den anderen alten Kollegen richtig Spaß gemacht. Habe einen 5. Platz belegt und dafür einen Pokal bekommen. Unser Hummelchen ist in ihrem Wettbewerb mit einem „Vorzüglich“ bewertet worden. Da waren Frauchen und Herrchen auch ganz stolz, aber einen Pokal hat sie nicht dafür bekommen. Aber den Vogel abgeschossen hat mal wieder meine Freundin Franka. Sie ist „Schweizer Jahressiegerin“ geworden. Da waren die Haui`s zu Recht stolz auf ihr Boxermädchen.

 

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Als wir wieder zu Hause waren, war nur noch die Rede von der nächsten Prüfung in Bad Kreuznach. Da man mir zurzeit eine FH II nicht zutraut, soll ich eine FH I laufen, aber diese im „Vorzüglich“, wie Frauchen bestimmend zu mir sagte.

Aber nun kommt der Hit, mein Herrchen will doch tatsächlich mit unserer Eyka an der Prüfung teilnehmen und zwar sofort in Prüfungsstufe VPG III. Vor 4 Jahren hat er mit Eyka die Begleithundeprüfung bestanden. Danach hat er erfolgreich am „Zaun“ gestanden und kluge Kommentare von sich gegeben. Und nun sofort eine VPG III. Aber Herrchen sagt, meine Eyka kann das, ich vertraue ihr, sie wird das schaffen. Vertrauen macht stark. Hätte Frauchen mir immer so vertraut, was wäre ich für Prüfungen gelaufen. Aber sie hat immer an mir gezweifelt, so dass ich unsicher wurde. Heute, nach 8 ½ Jahren, da vertraut sie mir blind. Na ja, vielleicht kommt unsere große Zeit ja doch noch.

Auf der Prüfung habe ich es ihr dann gezeigt, 99 Punkte hat der nette Richter mir gegeben. Als dann der Richter und ein „großer“ Fährtenkollege Frauchen fragten, ob man sich denn in drei Wochen bei der Deutschen Meisterschaft sehen würde, denn mit dem Hund habe sie sich doch sicher qualifiziert, kam Frauchen ein wenig in Erklärungsnot. Ich bin dieses Jahr keine FH II mit ihm gelaufen, der lange Winter, kein Gelände und er hat doch die Schwierigkeiten mit den spitzen Winkeln. Ach das schafft der doch locker, war die Antwort und für uns alle war der Winter genauso lang. Ich glaube, mir steht diesen Winter ein großes Übungsprogramm bevor. Aber wenn meine Gesundheit mitspielt, dann werde ich es allen zeigen. Das verspreche ich Euch.

Ja und dann ist Herrchen gelaufen, oder besser Eyka mit Herrchen.

97 Punkte in Fährte, 90 Punkte in der Unterordnung und 87 Punkte im Schutzdienst. Das hätte ich nie gedacht. Die Beiden waren ganz stolz. Und im Schutzdienst hat Eyka alle Punkte durch ihren Ungehorsam verloren. Meine Eyka ungehorsam, frech und vor Selbstbewusstsein strotzend auf einer Prüfung. Da haben die Heike, die Tanja und der Joachim gute Arbeit geleistet. Herrchen hat nur gesagt, „der Hund ist halt gut“. Er hat wohl Recht.

 

Aber für mich hatte das ganze noch ein besonderes Highlight. Ich durfte mit Frauchen als „Blindenhund“ an der Prüfung teilnehmen. Immer wenn eine ungerade Anzahl von Hunden an einer Prüfung teilnimmt, muss einer „blind“ mitlaufen (außerhalb der Wertung), damit es immer Pärchen sind. So mussten Frauchen und ich mit dem Joachim und seinem Querido auf den Platz. Frauchen legte mich als erstes in die Ablage, ich konnte dem Querido zuschauen. Also der Querido ist einer von den jungen Wilden, Herrchen sagt „dem gehört die Zukunft“. So als ob ich schon die Vergangenheit wäre. Er ist eine gute Unterordnung gelaufen, muss ich schon zugeben. Aber mir ist der zu übermütig, ich glaube der hat nicht den nötigen Respekt vor mir. Irgendwie schaut er mich immer so provozierend an. So nach dem Motte, „hier Alter siehst Du mal wie man vernüftig arbeitet“. Na ja, die Jugend muss man lassen. Dann musste er in die Ablage und ich bin mit Frauchen auf den Platz. Mit einem Auge hatte ich den Kerl immer im Blick, trauen kann man diesen jungen Kerlen nie. Natürlich war mein Misstrauen berechtigt, als Frauchen mir das Beißholz warf, kam er natürlich angelaufen, stand direkt vor mir. Meine Blicke waren eindeutig, wag dich bloß nicht ans Holz. Er wagte sich und es ging richtig zur Sache.  Leute war das toll, hatte lange nicht mehr so eine gute Auseinandersetzung. Irgendwann hatte der Joachim den Querido am Halsband gepackt und zog in weg, auch Frauchen beendete leider diesen tollen Spaß. Nun stand alles um den Querido herum, sein Ohr blutete stark. Mich fragte keiner, Frauchen sagte nur, der Alte hat nichts. Noch nicht mal richtig angeschaut hat sie mich, Sorgen wurde sich nur um diesen vorlauten jungen Kerl gemacht. Na ja, für den Joachim war die Prüfung leider beendet, ich habe dem Richter dann noch das Holz gebracht, was für ein großes Gelächter gesorgt hat. Habe halt nur meinen Job beendet. Muss sagen, für mich hatte sich dieser Tag wirklich gelohnt.

 

Die nächste Woche waren wir schon wieder unterwegs. In Kaiserslautern waren die Deutschen Meisterschaften. Unser Wohnwagen stand genau neben dem von Joachim und Gaby. Und wer thronte an dem Fenster in meiner Sichtweite: Natürlich der Querido. Ich habe den die ganzen Tage nicht einmal aus den Augen gelassen. Frauchen und Herrchen haben dem sogar Leckerchen gegeben und schmusen tun sie auch noch mit dem. Na ja, so sind sie halt die Menschen. Ansonsten hatten wir von unserem Wohnwagen aus alles im Griff. Nichts ist uns entgangen. Haben viel erlebt, war auch ein tolles Wochenende. Aber wir waren ja auch zum „Daumen-Drücken“ hier. Mein Neffe, der Cajo von der Friedeburg, war hier mit seinem Herrchen Hans am Start. Cajo ist der Sohn von meiner Schwester Gipsy (Bonna). In der Fährte und im Schutzdienst sind die beiden unter ihren Möglichkeiten geblieben. Aber Cajos Schutzdienst war erste Sahne. 93 Punkte hat der Kerl bekommen und weil er genauso ungehorsam war wie ich früher hat er sicher 5 Punkte verschenkt. Aber für das erste Mal haben die beiden sich auf der Deutschen Meisterschaft toll geschlagen. Ich muss neidlos gratulieren. Die Friedeburger sind schon gut.

 

Und weiter ging’s mit unseren Abenteuern. Nun stand der Landesgruppen-Pokalkampf Rheinland-Pfalz  in Neustadt/Weinstraße an. Drei Hunde sind immer ein Team. Wir Kreuznacher sind mit zwei Teams gestartet. Eyka und ich durften jeweils die Fährte laufen. Haben unseren Job ganz gut gemacht, Eyka mit 95 Punkten und ich mit 97 Punkten. Leider blieb für mich, Frauchen und unserem Team nur der zweite Platz. Gewonnen hat das andere Kreuznacher Team mit meiner Eyka und Herrchen. Herrchen und Eyka sind „Landesgruppen-Pokalsieger“. Ich fass es nicht, denn auch mein spezieller Freund Querido gehört zu dem Siegerteam. Getröstet hat mich dann mein zweiter Platz bei dem Begleithunde-Pokal. Hier durfte ich dran teilnehmen, weil ich schon über acht Jahre alt bin. Da habe ich es den Jungen gezeigt, was man einmal gelernt hat, das vergisst man nicht. Und mit der notwendigen Routine und Können lässt man halt die Jungen hin und wieder nochmal hinter sich.

 

So und nun ist erstmal Ruhe eingekehrt. Unser Herrchen ist in Kur und ich bin mit Frauchen und den Mädels alleine. Habe Herrchen versprechen müssen, dass ich auf die Drei gut aufpasse. So bin ich den ganzen Tag beschäftigt, denn die Drei darf man keinen Augenblick alleine lassen. Aber ich habe alles im Griff, Herrchen kann sich auf mich verlassen. Einmal haben wir Herrchen besucht. Das war eine große Freude. Habe mir dann die Gegend genau angesehen, das große Gebäude ein paar Mal kräftig angebellt. Dann wussten alle Bescheid dass Herrchen unter meinem Schutz steht. Dann bin ich wieder in meine Box gesprungen. Mir war klar, dass Herrchen noch nicht mitkommt. Nur die Mädels hatten das mal wieder nicht verstanden. Die dachten, Herrchen käme schon nach Hause. Aber ein paar Wochen müssen wir halt noch auf ihn verzichten

Na ja, jetzt liege ich hier in meinem Körbchen und warte auf Frauchen. Denn heute ist der Tag, an dem wir Herrchen endlich abholen fahren. Frauchen sucht schon die Leinen und die Türen am Auto sind auch schon auf, gleich geht es sicher los. Wird auch Zeit, Herrchen war nun wirklich lange genug weg. Ohne uns Samtschnauzen kann er das ja nun auch wirklich nicht mehr länger aushalten. So nun ruft Frauchen, es geht los und ich muss mich beeilen, sonst fahren die noch ohne mich weg. 

Also macht es gut und bleibt gesund

Bis bald

Euer Beeno

 

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