Teil 6

05.11.08

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Beeno sein Senf              Teil VI

Hallo Leute,

ich hoffe, es geht Euch allen gut. So kurz vor Weihnachten und vor Beginn des neuen Jahres wollte ich doch noch einmal etwas von mir hören lassen. Es hat sich in den zurückliegenden Monaten mal wieder eine Menge getan bei uns zu Hause.

Zunächst einmal: Der Wurm ist tatsächlich da! Den ganzen Juni und Juli sind wir jede Woche zu Eberles nach Hundsbach bei Bad Kreuznach gefahren. „Welpen gucken“ sagten Herrchen und Frauchen. So sind wir auch am letzten Juli-Samstag logezuckelt. Eyka und ich mussten immer im Auto warten und durften nicht mit rein. Und an diesem Samstag geht auf einmal die Autotür auf und Herrchen steht mit dem Wurm auf dem Arm vor mir. Das habe ich ja schon mal mitgemacht. Genauso stand er damals mit Eyka vor mir. Damals hat er sie dann zu mir in die Box gesetzt. Das war diesmal nicht nötig. Dieser Wurm scheint ja etwas Besseres zu sein, er hatte schon eine eigene Box. Unser Auto hat deshalb auch keinen Rücksitz mehr. Ach so, ich hätte es fast vergessen, der Wurm heißt Hummel. Vorsichtig wurde er in die Box gelegt. „Hat sie es auch schön weich, kann ihr auch wirklich nichts passieren, hoffentlich hat sie keine Angst“, Herrchen und Frauchen haben sich fast überschlagen. Bei Eyka und mir heißt das wenn wir ins Auto müssen: „Hopp, spring in deine Box.“ Na ja, mir wurde schnell klar, dass sich nun zu Hause einiges ändern würde. Ich mache aber mein Ding einfach weiter, solange dieser Winzling mich in Ruhe lässt, soll es mir egal sein. Die nächsten Wochen drehte sich fast alles nur um diese Hummel. Eyka und ich wurden kaum beachtet. Immer nur Hummel hier und Hummel da. Mittwochs und Sonntags waren wir alle dann immer in Sinzig auf einem neuen Hundeplatz. Hummel hatte hier Welpenunterricht. Sie sollte lernen, sich gegenüber anderen Hunden zu  benehmen und schon mal so wichtige Dinge wie „Sitz, Steh, Platz“ lernen. Ob es was genützt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls haben die Birgit und die Gerlinde sich mit ihr viel Mühe gegeben. Wir werden abwarten. Herrchen sagt, die Beiden dürfen stolz darauf sein endlich mal einen Boxer auf ihrem Platz zu haben und irgendwann können sie sagen „bei uns war der Champ Hummel in der Welpenstunde“. Manchmal glaube ich schon, dass unser Herrchen spinnt.  Mittlerweile ist sie schon ein halbes Jahr alt und zugegeben, so schlecht war die Entscheidung von Frauchen und Herrchen, diesen Wurm zu uns zu holen, doch nicht. Eyka hat jetzt endlich jemanden zum Toben und lässt mich in Ruhe. Ich bin und bleibe Chef in unserem Rudel, nur habe ich jetzt ein Mitglied mehr, was auf mich hören muss. Und das muss sie, wenn nicht, sage ich ihr schon mal anständig Bescheid und dann ist wieder für eine weile Ruhe.

Nun erleben wir halt zu fünft viele schöne Dinge. Herrchen arbeitet viel an unserem neuen Haus. Unser Freund Hubert hat uns ein tolles Vordach aus Holz gebaut. Nun können wir auch bei Regen im Trockenen fressen. Das ist schon eine enorme Verbesserung, finde ich. Auf dem Hundeplatz in Koblenz haben wir Drei jetzt unsere Boxen nebeneinander. Das ist gut, so kann ich immer aufpassen, dass meinen beiden Mädels niemand etwas tut. Denn mittlerweile will ich ja keine von den Beiden mehr missen. Die müssen das ja nicht unbedingt wissen, denn Mädels bilden sich ja schnell Gott weiß was darauf ein. In Aachen habe ich dann auch noch Hummels Papa, Paco vom Bockreiter, kennen gelernt (natürlich nur aus der Ferne und an der Leine, der wollte nämlich die beiden Damen intensiv begrüßen und das geht ja nun nicht, wenn ich dabei bin).  Ansonsten hat der mir aber auf Anhieb gefallen. Ein Kämpfertyp, kein Weichei. Und Hummels Mama, die Celina, ist ja auch eine tolle Hündin. Wenn die Hummel nun das alles mitbekommen haben sollte, dann wird die so eine wie ich (Anmerkung von Frauchen bei der Zensur: Aber hoffentlich nicht so kotzbrockig.). Also kann man sie ja schon mal in sein Herz schließen.

Im Oktober waren wir alle Fünf für ein paar Tage bei meinem alten Herrchen in Friedeburg. Auf einem Bauernhof ganz in seiner Nähe haben wir gewohnt. Es war toll. Wir waren jeden Tag zum „Fährten“. Meine Schwester Gipsy hat sich mal wieder für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und darf auch an den Weltmeisterschaften in Berlin teilnehmen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie oft mir Frauchen das erzählt. Deine Schwester schafft das und du machst immer nur Blödsinn. Ganz so stimmt das natürlich nicht. Schließlich habe ich in Bad Kreuznach die FH 2 mit 96 Punkten bestanden. Und da ich auch noch eine FH 1 mit 93 Punkten bestanden hatte, hatte ich mich auch für die Landesmeisterschaften in Jülich qualifiziert. Dass das dann dort in die Hose gegangen ist, dass ist Frauchen selber Schuld. Nichts, aber auch wirklich nichts hat sie mir davon erzählt. Ich wusste überhaupt nicht, dass dies eine wichtige Prüfung war. Dort war ein riesiges Feld mit ganz feinem Acker. Es war wie Sand, so wie der letztes Jahr in Borkum am Strand. Unwahrscheinlich viele Menschen standen da herum. Und dann ging Frauchen mit mir auf diesen Acker. Mir war klar, hier sollst Du spielen. Ich, Beeno von der Friedeburg, soll diesen Leuten hier nun etwas vorführen. Habe ich dann auch getan. Gebellt, gebuddelt, gesprungen, und wie ich so schön mittenmang dabei bin sagt Frauchen „Beeno such“. Das konnte doch nun wirklich nicht ihr Ernst sein. Habe ich dann ja auch nicht gemacht und für die prima Leistung doch noch fünf Punkte bekommen. Frauchen wurde – wie immer – blass und sauer und schimpfte ohne Ende mit mir. Es war wohl doch eine Prüfung. Metzger, Wurst, Tierheim alles Alternativen die sie mir aufzählte. Entschieden habe ich mich dann dafür, doch weiterhin meine Couch zu behalten und Herrchen und Frauchen zu zeigen, dass ich halt doch ihr bester Beeno-Boxer der Welt bin. Bei der Siegerehrung haben die Veranstalter es dann doch noch auf den Punkt gebracht: Steffi bekam einen Pokal, nicht für den besten sondern für den lustigsten Teilnehmer. Ist doch auch etwas, schließlich sind die Lustigsten auch (meistens) die Besten.

Nachdem Eyka in diesem Jahr auch die VPG II und III und die FH I mit Frauchen bestanden hat, arbeitet Herrchen wieder mit ihr (damit Frauchen sich auf mich und die Hummel konzentrieren kann). Aus meiner Box beobachte ich das dann immer. Aus meiner Sicht „arbeitet“ der nicht mit ihr, er eiert mit der Eyka über den Platz. Nichts zusammenhängendes, Beißwurst und Bällchen, springen und spielen. Und nun auch noch mit so einem Ding was klickt. Frauchen und unsere Freundin Tanja sagen, das ist ein „Klicker“. Und damit lernt ein Hund wie Eyka besser und freudiger. Und das wäre auch nicht eiern sondern Triebarbeit und Freude vermitteln. Also, ich lass die machen, aber bei mir hieß das „hören, gehorchen und beissen“. Und Trieb ist was ganz anderes, das kann ich Euch sagen. Könnte Euch auch einiges davon erzählen, würde aber mal wieder sofort von Herrchen zensiert. Irgendwie war das bei mir früher in der Ausbildung anders. Aber wenn die das jetzt so machen, mir soll’s egal sein. Mit mir brauchen die diese neuen Sachen nicht anfangen. Ich brauche ein Beisskissen oder einen Arm, damit könnt ihr mir eine Freude machen. Dann zeig ich Euch, wie so ein alter Herr wie ich Trieb hat, davon kann so manch ein „Junger“ noch was abgucken. Mittlerweile sind doch die meisten meiner Kollegen auf dem Hundeplatz verweichlicht und in meiner Altersklasse bin ich der letzte Aktive. Ach ja, seit meiner Vorstellung auf der Landesmeisterschaft arbeitet Frauchen auch wieder auf dem Platz mit mir. Herrchen hat ja immer so schön Pillepalle mit mir gemacht aber Frauchen meinte, jetzt ist Schluss mit lustig, der Hund muss wieder in den Gehorsam. Na, in meinem Alter lasse ich sie in dem Glauben dass sie Recht hat und tue ihr den Gefallen wieder schön zu gehorchen (wenn mir danach ist!!!).

So, nun liege ich hier auf meiner Couch, Frauchen ist mit unserer Freundin Tanja in Köln auf einer Fortbildung, Eyka liegt neben mir und schläft, Hummel macht sicher gerade wieder irgendwo etwas kaputt und Herrchen sitzt am Computer und bastelt an unserer Homepage. Ich muss mal wieder feststellen. Uns geht es richtig gut. Ich kann für mich auf ein erfolgreiches, ereignisreiches und gutes Jahr zurückblicken. Wir sind in unser neues Haus eingezogen, waren mit unseren Koblenzer Freunden auf vielen Ausstellungen, haben gute und lustige Prüfungen erlebt, meine Eyka hat die VPG II, III und die FH I bestanden, wir waren mein altes Herrchen besuchen, haben den Wurm bekommen, wir sind alle gesund und glücklich – was will man mehr. Es war wirklich ein gutes Jahr.

Zum Schluss muss ich Euch aber doch noch zwei Dinge erzählen.

Ganz wichtig: Meine Schwester Gipsy – richtig heißt sie ja Bonna, aber wir nennen sie Gipsy – ist mit meinem alten Herrchen Wolli Siebert „FH-Atibox Weltmeister 2004“ geworden. Und das mit 99 Punkten. Das freut mich nun wirklich ganz doll für die Beiden, denn die haben das wirklich verdient. Ihr könnt Euch aber nicht vorstellen, wie oft ich nun schon gehört habe „Deine Schwester Gipsy ist Weltmeisterin und Du auf dem Acker in Jülich…..“. Fest steht, Gipsy ist besser als ich, ich aber bin lustiger und wer weiß, vielleicht überrasche ich Euch ja alle im nächsten Jahr.

Und das Zweite was ich Euch noch erzählen muss, hat sich heute Morgen ereignet. Unsere Hummel ist frech und teilweise ungezogen und respektlos. Die erlaubt sich Dinge, die habe ich mich nie getraut. Für viel, viel weniger habe ich sie früher geschimpft bekommen. Hier heißt es immer nur „ist unser Hummelchen nicht süß, ist die nicht clever“ und damit wird jeder Blödsinn entschuldigt. Na ja clever ist sie ja schon, denn sie lässt sich einfach nicht von Frauchen und Herrchen bei ihrem Blödsinn erwischen. Aber das Leben ist gerecht. Heute Morgen kommt sie hoch ins Wohnzimmer, hier schlafe ich immer, da habe ich das ganze Sofa für mich alleine. Unsere Hummel macht sich sofort an einem kleinen Weihnachtsbaum zu schaffen. Sie holt ihn vom Tisch und schleppt ihn die Treppe hinunter. Na, habe ich mir gedacht, ob das wohl gut geht. Ging es zu meiner Freude nicht. Ich hörte Herrchens lautes „pfui ist das“ und ein lautes Klatschen; Herrchens T-Shirt traf wohl sehr genau ihren Hintern. Ein „ab aufs Sofa, ich will Dich heute nicht mehr sehen“ ließen mich vor Freude Kapriolen schlagen. Ich wälzte mich auf den Rücken und strampelte mit allen Vieren. Endlich hat man sie erwischt. Aber wie die Frauen so sind, irgendwie lernen die nie aus solchen Vorfällen. So auch unsere Hummel, anstatt daraus zu lernen und solche Geschichten sein zu lassen, nein sie muss es wieder ausprobieren. Keine Stunde später, ich liege mit meiner Eyka auf dem Sofa im Arbeitszimmer, sehe ich, wie Herrchen die Hummel sucht. Hummel nicht da und alles ruhig im Haus, da kann mal wieder etwas nicht in Ordnung sein. Ich höre wieder „Pfui ist das“ und „ab in Dein Körbchen, jetzt ist aber wirklich Schluss“ – meine Freude kannte kein Grenzen. Zweimal an einem Tag hat sie sich erwischen lassen, herrlich. Was war geschehen: Herrchens Schuh musste daran glauben. Die Krönung des Ganzen war dann aber Frauchen, die Herrchens Laune mit den Worten „was lässt Du deine Sachen auch immer überall herumstehen“ nicht gerade verbesserte. Das war doch mal wieder typisch, nicht Hummel war die Böse, nein Herrchen hat seine Schuhe herumstehen lassen. Wir Männer haben es nicht leicht, wenn man in einem Haushalt mit so vielen Frauen lebt.

So, nun wird es langsam draußen dunkel, und wir wollen noch eine kleine Runde durch die Felder drehen. Ich mache für dieses Jahr Schluss.

Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2005. Sicher sehen wir uns irgendwo im nächsten Jahr wieder, ich freu mich auf Euch

Tschüß sagt Euer      Beeno

 

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