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05.11.08

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Wie alles begann

Meine Boxergeschichte

 

Wer wir sind:

Wir, das sind Steffi und Jürgen Hoppe, wir wohnen in Oberwinter-Bandorf bei Remagen. Vor uns liegt der Rhein und das Siebengebirge. Bis nach Bonn fahren wir etwa 15 km, nach Koblenz sind es 40 km.

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Zu unserer Familie gehören die Boxer Beeno von der Friedeburg, Eyka von der Isenburg und Hummel von der Wolfskaul. Irgendwann entschieden wir uns für ein Leben mit Boxern. Solch eine Entscheidung verändert alles. Warum wir uns dafür entschieden haben und was wir mit unseren Hunden alles erlebten und natürlich noch immer erleben habe ich nun hier aufgeschrieben.

Vorwort zum Vorwort

Alle Erlebnisse sind natürlich auch mit Menschen verbunden. Ich nenne sie alle beim richtigen Namen und hoffe, dass es niemanden stört. Ebenso hoffe ich, dass ich mit meinen Erzählungen niemanden in irgendeiner Weise getroffen habe, wenn doch, dann entschuldigt dies bitte. Alle Erlebnisse schildere ich aus meiner persönlichen Sicht, sie spiegeln also ausschließlich meine Meinung wieder. Andere können das Erlebte anders gesehen haben, sie werden mir dann sicher in der einen oder anderen Schlussfolgerung nicht zustimmen können. Das macht mir aber nichts, denn es ist meine Geschichte.

Vorwort

Als Mitglied einer Boxer-Mail-Liste diskutiere ich über viele wichtige und unwichtige Dinge mit Boxerleuten aus ganz Deutschland und einigen anderen Ländern im Internet. Irgendwann, ich weiß leider nicht mehr wer, bat einer um einige Boxergeschichten, nicht länger als eine DIN A4 Seite. Da überlegte ich, welche meiner vielen Erlebnisse ich denn kurz zu Papier bringen sollte. Ja welche wohl? Die, wo Beeno mich in den Schuh biss, wo er mit dem stinkenden Fisch spielte, wo er stolz mit einem halben, gut abgehangenen Kaninchen vom Feld zurückkam, die wo er die Joggerin verbellte oder, oder, oder.

Nein über all dieses kann man nicht eine DIN A4 Seite schreiben. Aber wie sind wir überhaupt auf einen Boxer gekommen? Warum hat sich unser Leben seit dem 25.08.1997 so verändert? (an diesem Tag holten wir unseren Beeno in Friedeburg ab).

Warum wollen alte Bekannte mit uns nichts mehr zu tun haben und halten uns für bekloppt?

All diese Fragen stellte ich mir und fasste den Entschluss: Ich schreibe alles auf.

Für wen? Nun, in erster Linie nur für mich alleine, damit ich nichts von all dem, was ich mit Boxern erlebte, vergessen werde.

 

Na ja, vielleicht verschenke ich das Aufgeschriebene ja auch, in dem Glauben, dass der Beschenkte es genauso toll findet wie ich. Aber das ist ja auch egal, Hauptsache, niemand vergisst meine Boxergeschichte.

Also: Wie alles begann! 

Als ich Steffi kennen lernte, war eine ihrer ersten Feststellungen (Festlegungen) mir gegenüber: Wir bekommen irgendwann einen Boxer. Hund ja, aber Boxer nein. Eine Schäferhündin ist mein Kompromissangebot. Und im Glauben, dass der Mann sich in jeder Beziehung mit seiner Meinung durchsetzt, hakte ich dieses Thema ab.

 

Meine bisherigen Erlebnisse mit Boxern beschränkten sich bis dahin auf zwei Eindrücke.

Als Kind stand ich einmal vor einem weißen Lieferwagen. Die Scheiben waren alle besabbert und vorne saßen zwei Boxer, denen der Sabber in großen, langen, dicken, ekligen Fäden aus dem Maul tropfte. Hätte ich doch bloß damals schon gewusst, dass Boxer nicht sabbern (so wie Steffi mir das gebetsmühlenartig mitteilte), ich hätte mich nicht so geekelt.

Eine Schulfreundin von mir in Bad Ems, Andrea Benn, besaß eine schöne, gelbe Boxerhündin. Sie hieß Jessi. Sie war lieb, sie freute sich immer und wir spielten (Jessi und ich) viel zusammen. Bis der Verstand versagte. Andrea meinte, greif mich doch einmal aus Spaß an, Jessi wird mich sicher verteidigen. Ich griff dann auch an. Fortan durfte ich mich nie mehr näher als 10 Meter an Jessi heranwagen. Sofort knurrte und bellte sie, sie war kaum noch an der Leine zu halten. Ich war seit diesem Vorfall der böse Mann. Ich verurteilte den Hund, denn ich war es ja nicht schuld und Boxer waren für mich ein für alle Mal erledigt.

 

Lange wohnten Steffi und ich in Mietwohnungen, in denen man keine Hunde halten durfte. Auch waren wir beide voll berufstätig, so dass wir von Hunden (Steffi von Boxern, ich von einer Schäferhündin) weiterhin nur träumten.

<![endif]>Ich musste mir in regelmäßigen Abständen die Geschichten über Boris, Carlo und Fellow, den Boxern von Steffis Patentante Ute, anhören. Über die Besonderheiten von Boxern, die eigentlich das einzige Besondere im Leben sind. Meine Gedanken waren immer nur, warte bis Du erst einmal eine Schäferhündin erlebt hast. Boxer, Boxer, Carlo am Ball, Fellow auf dem Schoß, und Boris, der fast sprechen konnte. Waren wir bei Tante Ute, schon bald war ich abgemeldet, wieder waren SIE das Hauptthema. Zum 430mal starb Carlo, als er abends nicht mehr vom Pippi machen herein kam sondern es vorzog, einfach unter seinem Lieblingsbaum umzufallen und zu sterben. Immer wieder musste ich mir ansehen, wie eine kleine Träne die Wangen herunter lief. Um einen Hund, ein einfaches Tier trauern? Das kann nicht sein. So etwas hakt man ab, kauft sich einen neuen und die Sache ist erledigt. Als ich dann auch noch im Büro eine neue Kollegin, Susi Förster, aus Platzmangel direkt an meinen Schreibtisch gesetzt bekam, die stolze Besitzerin eines Airedale Terriers mit dem Namen Quito war, baute sich eine zweite Hundefreundefront vor mir auf. Wir mussten uns zusammen ein Telefon teilen, und zwar meins. Dienstliches telefonieren war urplötzlich für mich nicht mehr möglich. Wie geht es Quito, hat er heute Morgen gemacht, hat er alles gefressen? Was, er hat gebrochen, ich fahr noch heute Abend, nein ich komme in der Mittagspause. Ich muss sofort mit ihm zum Arzt. Wen es ihm zu heiß ist, lass ihn nicht raus, schick ihn in den Keller auf die kalten Fliesen. Gestern hat er mir das Bällchen gebracht, er hat von sich aus die Tür aufgemacht, er hat Durchfall, ich muss zum Arzt, ich kann dieses Jahr nicht in Urlaub, Quito hat 1.000,00 DM beim Tierarzt gekostet.

 

Es war für mich der Wahnsinn, Susi Förster ein Feindbild. Mittlerweile sind wir gute Freunde und als vor ein paar Monaten Quito mit 14 Jahren eingeschläfert werden musste, kam sie weinend mit dieser Nachricht zu mir. Nur ich könnte jetzt verstehen was in ihr vorgeht. Und ich verstand sie auch. So ändern sich die Zeiten.

Einige Zeit später wechselte ich die Abteilung. Zu meinen neuen Kollegen zählte Günther. Stolzer Besitzer seines zweiten Rauhaardackels. Wieder ein Hundefreak. Sein erster Dackel Felix wurde gut 15 Jahre alt. Solch ein Alter verbirgt viele Geschichten. Täglich gab es einen Bericht, was er tags zuvor mit Felix’ Nachfolger Alex erlebt hat. Zu diesem Zeitpunkt war dies für mich noch immer unverständlich. Heute erzählen wir uns gegenseitig unsere Erlebnisse mit unseren Hunden. Kein Tag vergeht, wo nicht einer irgendeine Story zum Besten gibt. Hunde verbinden halt. Als sein Alex vor einem Jahr schwer erkrankte und schließlich eingeschläfert werden musste litt ich täglich mit, es könnte ja auch meine Hunde täglich treffen. Mittlerweile hat er aus dem Tierheim eine kleine spanische Mischlingshündin. Sie heißt Toja. Die Welt ist seitdem bei Günthers Familie wieder in Ordnung. Wenn mal im Büro alles schief geht, kommentiert Günther dies meist so: „Das kann uns doch hier alles nicht aufregen. Ist doch alles im Prinzip unwichtig. Wenn meiner Toja ein Furz quer sitzt, das ist ein Grund sich aufzuregen.“ Recht hat er. Die schönste Günter-Anekdote liegt jedoch schon viele Jahre zurück. Unser alter Amtsleiter wollte freitags unseren Günter noch zanken und gab ihm einen Arbeitsauftrag den er noch am selben Tag erledigen sollte. Mein Günther kommentierte dies mit einem „Nichts kann so wichtig sein, das es nicht bis Montag warten kann“. Hierauf explodierte unser Chef und erklärte ihm, wie wichtig das Jugendamt ist und er für diese Firma alles zu jeder Zeit geben müsste. Dies wiederum kommentierte mein Kollege „Wissen Sie Herr Amtsleiter, als Erstes kommt in meinen Leben mein Irmchen, direkt dahinter mein Dackel Felix, dann meine Hobbys, dann kommt lange, lange nichts, dann kommt ein kleiner Punkt am Horizont und das ist das Jugendamt“, packte seine Tasche und verschwand ins wohlverdiente Wochenende. Er hinterließ einen sprach- und verständnislosen Amtsleiter.

 

Das Schicksal entscheidet

 

Mittlerweile waren wir nach Bonn-Lessenich umgezogen, unsere Vormieter hatten einen Schäferhund, somit war Hundehaltung in dieser Wohnung kein Problem mehr. Aber den ganzen Tag nicht zu Hause?! Beiläufig erzählte Steffi im Kollegenkreis, dass sie jetzt einen Hund halten könnte. Aber wenn niemand tagsüber zu Hause ist, geht das ja nicht.

Dann bringen Sie ihn doch mit ins Büro, meinte der Chef, selbst langjähriger Hundehalter.Dieser eine Satz sollte unser ganzes Leben verändern.

Wo bekommen wir denn nun einen Boxer her, war Steffis freudige Reaktion bei dem sofort mit mir geführten Telefongespräch. Ich versuchte die Euphorie zu bremsen, und nahm mir vor, einen Schäferhundbesitzer in der Nachbarschaft nach einem Züchter zu fragen. Steffis Kollegin Astrid war ebenfalls schwer Boxer-vorbelastet. Ihr Mann war mit Boxern aufgewachsen. Ihre Schwiegereltern hatten gerade einen neuen Boxer bekommen, Bax vom Jülicher Land. Ein gestromter, temperamentvoller Rüde. Züchter war Engelbert Kulig aus Jülich, den wir später noch oft auf Fährtenprüfungen treffen sollten. Am Abend brachte Steffi schon die Telefonnummer von Engelbert mit. Es lief nur der Anrufbeantworter. Die Aktion Boxer war um einen Tag verschoben. Am nächsten Tag hatte ich dienstlich bei der Firma Knauber zu tun. In der Nähe der Kasse stand ein Ständer mit Hundebüchern. Aus Interesse drehte ich den Ständer und es fiel ein Buch heraus:

GU Tier-Ratgeber, Herta F. Kraupa-Tuskany, Boxer

Das Schicksal hatte entschieden. Das erste Boxerbuch wurde gekauft und abends entbrannte ein kleiner Streit, wer es zu erst lesen darf.

Engelbert Kulig wurde angerufen, seine Hündin war gerade belegt, er merkte uns für einen Welpen vor.

Nun begann eine unruhige Zeit. Wir wurden sofort Mitglied im Boxer-Klub. Weitere Boxer-Infos wurden besorgt und täglich die Tage bis zur Geburt der Kleinen gezählt. Plötzlich war man nicht mehr Mitte Dreißig sondern wieder ein kleines Kind mit all den kindlichen Freuden und Gedanken. Eine Frischzellenkur.

Der Wurftag musste eigentlich vorbei sein, nur Engelbert hatte sich nicht gemeldet. Also wurde Engelbert angerufen. Seine Info war niederschmetternd. Die Hündin war leer geblieben. Die Wolke zerbrach, die Landung war hart. Doch bei allen Infos über Boxer war auch die Liste des Landesvorstandes Rheinland dabei. Zuchtwartin Inge Kauz stand da. Wenn nicht die, wer soll dann etwas über Boxerwelpen wissen. Im ganzen Rheinland gibt es derzeit keinen Wurf. Aber eine Schwester von ihrer Hündin in Ostfriesland hatte einen Wurf, dort ist noch ein Rüde übrig.

400 km für einen Hund fahren, und dann noch nicht einmal wissen ob man ihn auch bekommt. Das ist zuviel des Guten. Ich legte das Thema Welpe ad Akta. Auf Steffis Nachfragen reagierte ich nach außen unwirsch. Vielleicht sollten wir doch einmal in Ostfriesland anrufen. Aber diese Idee darf nicht von mir kommen. Beim Abendessen ein Blick in die Augen und ein gemeinsames „Sollen wir nicht doch…..“

Sofort wurde zum Hörer gegriffen,

Es machte klack

Moin, Wolli Siebert, hiermit begann eine große Boxerfreundschaft.

Ja der kleine Rüde ist noch zu haben. Nein er verkauft ihn zwischenzeitlich an niemand anderen. Wirklich nicht. OK, also machten wir einen Besuchstermin aus. In 1½ Wochen sollte es nach Ostfriesland gehen. Sollte. Plötzliche Schmerzen in der Nierengegend ließen mich an nichts Gutes denken. Mit einer Nierenkolik landete ich schließlich im Krankenhaus. Ein Nierenstein musste operativ entfernt werden. Zum Glück hatte uns Wolli einige Bilder geschickt. Ein dunkler kleiner Mann auf Gerdas Arm schaut uns ständig an. Ach ja, einen Namen hatte dieses Knäuel auch noch: Beeno von der Friedeburg. Ein Name der in die Geschichte des Deutschen Boxerklubs eingehen sollte. Warum? Na, weil es unser Beeno wurde, der beste Beeno Boxer der Welt.

 

Auf ins Jeverland

Unser Ausflug nach Ostfriesland wurde um eine Woche verschoben. Im „Deutschen Haus“ in Friedeburg wurde ein Zimmer bestellt und wie kleine Kinder fieberten wir dem Besuchstermin entgegen. 400 km hin, am nächsten Tag 400 km zurück und dies nur, um sich einen Hund anzusehen. Wir waren wohl bekloppt. Noch ahnten wir nicht, dass solche Fahrten unter Hundesportlern normal waren und auch für uns schon in absehbarer Zeit nichts Besonderes mehr sein sollten.

In Friedeburg im „Deutschen Haus“ angekommen, fieberten wir 15:00 Uhr entgegen. Zum Tee sollten wir da sein. Von Friedeburg nach Reepsholt zu Wolli und Gerda sind es etwa 4 km, eine endlos lange Strecke. Hinter einer kleinen Kurve kommt ein weißes Haus hervor, Boxerköpfe am Giebel zeigen uns an. Hier sind wir RICHTIG, beim Boxerzwinger von der Friedeburg.

Als Erste kam uns durch die Tür die alte Hummel entgegen. Sie war mit ihren damals bereits 11 Jahren schon eine Oma. Erst mit fast 15 Jahren musste Wolli sie einschläfern lassen, für einen Boxer ein biblisches Alter. Hinterher stürmte Gonda, Beenos Mutter. Freudig, wie das bei Boxern halt so ist, wurden wir wildfremden Menschen begrüßt. Da fehlt doch noch einer: Sich durch Menschen und Boxer wuselnd kam auf einmal eine kleine dunkle Gestalt auf uns zugestürzt. Er begrüßte uns, als ob er uns schon Jahre kennen würde.

Steffi kommentierte diese Begrüßung mit dem Satz: Ja so muss ein Boxer sein, solch einen wollte ich immer haben, ja der ist es.

Damit war die Entscheidung getroffen.

Beeno von der Friedeburg sollte unser erster Boxer werden.

 

Doch unsere Entscheidung alleine reichte nicht. Ein verantwortungsvoller Züchter verkauft seine Welpen nur an Leute, von denen er überzeugt ist, dass sie dem Welpen ein gutes Zuhause bieten können. Also kam alles darauf an, wie wir uns nun bei Wolli und Gerda als zukünftige Hundebesitzer verkaufen würden. Wir waren schließlich gut vorbereitet. Welches Futter wird gefüttert, was für ein Ohrenreiniger wird verwendet, was für Versicherungen sollen wir abschließen, was macht man bei Durchfall, dies waren nur einige Fragen, die zu stellen wir uns vorbereitet hatten. Steffi konnte wieder ihre Erlebnisse mit Tante Utes Boxern erzählen und natürlich, dass ich eigentlich eine Schäferhündin haben wollte. Dann kam die Frage eines Hundesportlers:

Wollt ihr denn auch mit dem Hund arbeiten?? Begleithundeprüfung ja, gehorchen muss er ja. Aber von Hundesport, davon halten wir nichts. Das sollte man einem Hund nicht antun. Oh ja, das war wohl ein großes Fettnäpfchen. Aber ansonsten hatten wir wohl keinen so schlechten Eindruck hinterlassen. Wolli nickte und sagt OK, ich verkauf ihn Euch. Ein Kaufvertrag wurde unterschrieben und eine Anzahlung geleistet. Beeno gehörte nun uns. Nun konnten wir im Garten die drei Boxer beobachten und vor allem mit Beeno schmusen. Ich hatte ein paar schwarze Nike Turnschuhe mit gelbem Nike-Aufdruck an. Dieses faszinierte Beeno so sehr, dass er kaum von den Schuhen loslassen wollte. Ich kniete auf der Erde und wollte Beeno im Weglaufen streicheln. Leider war ich so ungeschickt, dass aus meinem Streicheln ein Klaps auf den Hintern wurde. Der kleine Kerl drehte sich im Laufen um und warf mir einen vernichtenden Blick zu. Dieser Blick sollte uns noch viele Jahre verfolgen, denn dies ist der Standardblick unseres Beenos, wenn ihm etwas an uns nicht passt.

Da wir die darauf folgende Woche noch 14 Tage nach Borkum in den Urlaub fahren wollten, verständigten wir uns darauf, Beeno auf der Rückfahrt in Reepsholt abzuholen.

Als stolze Hundebesitzer ohne Hund verließen wir Gerda, Wolli und die drei Boxer und traten die Heimreise an.

Vorbereitung

Nun lag eine ereignisreiche Woche vor uns. Nicht nur der Urlaub musste vorbereitet sondern auch alles für unser neues Familienmitglied eingerichtet werden

In den meisten Fachbüchern wird als Hundelager u. a. eine Babymatratze empfohlen. Also fuhr ich nach Bonn-Beuel ins „Babynest“. Hier schaute ich mich zuerst ein wenig um, während andere Kunden bedient wurden. Dann war ich dran. Das übliche „Haben Sie schon etwas gefunden oder kann ich Ihnen helfen“ überhörte ich fast. Eine Babymatratze hätte ich gerne. „Da kann ich Ihnen helfen.“ Nun bekam ich einen Vortrag über die verschiedensten Vor- und Nachteile der Matratzen. Etwas genervt unterbrach ich die Fachberatung. Es ist mir egal, was für eine Matratze, nennen Sie mir den Preis. Die für 100,00 DM, die nehme ich. Was haben sie denn, ein Mädchen oder einen Jungen? Keines von beiden, die Matratze ist für meinen Hund. Irgendetwas fiel von der Verkaufstheke, ich sah in ein verständnisloses Gesicht, welches sich immer mehr versteinerte. 100, 00 DM, einpacken brauch ich sie ja wohl nicht, das war der Rest Freundlichkeit der für mich noch übrig blieb. Frohgelaunt verabschiedete ich mich, denn ich hatte ja meine Matratze.

Hauptlektüre während unseres Borkum-Urlaubes waren diverse Boxer- und Hundebücher. Unter den Kapiteln "Ein Welpe kommt ins Haus" wird immer wieder beschrieben, als Pippi-Schutz für den Transport im Auto Windelunterlagen zu benutzen. Wenn das da so steht, müssen auch wir so vorsorgen. Also gingen wir in eine Borkumer Apotheke und gaben der Apothekerin unsere Wünsche bekannt. Wir wurden skeptisch begutachtet. Relativ junge Leute und Windelunterlagen. Wie viele wir denn haben möchten? Das kommt natürlich auf die Größe an. Also wurde eine ausgepackt und begutachtet. Wir müssen die Rückbank unseres Autos auslegen, dafür brauchen wir sicher drei Stück. Irgendwie fühlten wir uns nicht richtig verstanden, die Apothekerin betrachtete uns immer skeptischer. Na ja, wir nahmen unsere drei Windeln, bezahlten und verließen die Apotheke. Zurück ließen wir eine Apothekerin, die nun ihren Phantasien freien Lauf lassen konnte.

 

Die Heimfahrt von Borkum führte uns über die Fähre nach Emden und dann die Küstenstraße entlang nach Friedeburg. Übernachtet wurde wieder im „Deutschen Haus“. Unseren letzten Abend ohne Hund verbrachten wir im Landhaus Oltmanns bei einem phantastischen Abendessen.

Es wird ernst, ein Boxer kommt ins Haus

Am nächsten Morgen, direkt nach dem Frühstück, machten wir uns auf den Weg nach Reepsholt. Stürmische Begrüßung an der Haustür durch die drei Boxer war normal. Wolli übergab uns alle Papiere, die restliche Bezahlung wurde getätigt und wir bekamen unseren ersten Pokal. Beeno war jüngster Teilnehmer beim Hunderennen der BK-Gruppe Eckernförde geworden. Fast eine Minute für 70m (normale Zeit ca. 15 Sekunden) zeigten, dass der Kleine seine Wegstrecken sehr genau nimmt. Noch heute verzweifeln wir manchmal an seiner "Schnelligkeit" wenn er einen besonderen "Schnüffeltag" einlegt.

Dann wurde es Zeit zum Aufbruch: „Fahrt mal schnell los, damit es nicht zu warm wird“, meinte Wolli.

Nun kam für ihn und Gerda der Augenblick der Trennung, sie hatten sich mittlerweile an den kleinen Kerl gewöhnt und ihn lieb gewonnen. Wir fuhren glücklich davon und hinterließen zwei traurige Freunde. Keiner ahnte, dass wir in den heißesten Tag des Jahres hineinfuhren. Beeno hatte eine leichte Erkältung, die mit einem hömopathischen Mittel behandelt werden sollte. Ich saß mit Beeno auf der Rückbank der schnell zu hecheln anfing. Wir versuchten die Fenster zu verhängen, um so viel Schatten wie möglich zu erreichen. Mein einziger Gedanke war, hoffentlich nimmt Beeno uns diese Tortour nicht Übel.

Nach über fünf Stunden erreichten wir Bonn. Stolz zeigten wir Beeno sein neues Zuhause, das einzige was ihn jedoch nun interessierte waren die kalten Fliesen.

 

Nun begann der Hundealltag, spazieren gehen, spielen, toben, Fressen machen usw. Bei unseren Spaziergängen in nächster Umgebung lernten wir die Familie Bauer kennen. Frau Dr. Bauer züchtet Boxer unter dem Zwingernamen "von der Burg Medinghoven". Ihr haben wir viele Tipps und Anregungen zu verdanken. Sie und ihre Töchter Andrea und Sabine haben uns in der Anfangszeit sehr viel geholfen. Noch heute schätzen wir ihr umfangreiches Fachwissen rund um die Boxerzucht.

Der erste Rückschlag

Beenos Erkältung verschlimmerte sich. Aus der Nase lief dauernd eine grün-gelbe Masse und er fing an zu husten. Vom Tierarzt bekamen wir Antibiotika, aber es wurde nicht besser. Nun machten wir den ersten großen Fehler als unerfahrene Hundebesitzer. Wir ließen uns mit den Worten "wir sollten etwas Geduld haben" abspeisen. Zwei Wochen Antibiotika und Beenos Zustand verschlimmerte sich. Dann endlich wurde ein Abstrich gemacht. Nur noch zwei Antibiotika halfen gegen Beenos Infekt. Insgesamt sechs Wochen starke Medikamente bei einem geschwächten Boxer-Welpen, die Folgen sollten schlimm sein. Mit dem richtigen Medikament erholte sich Beeno schnell von dem Infekt. Nur Appetit hatte er keinen mehr. Er wollte einfach nicht fressen. Nun machten wir den zweiten großen Laienfehler. Wir hörten auf jeden Ratschlag der so genannten erfahrenen Hundebesitzer. Ihr müsst das Futter wechseln, was, das Futter nehmt ihr, ihr müsst unbedingt dieses nehmen. Und so weiter, wir wechselten natürlich nach jedem Ratschlag das Futter. Die Folge: Durchfall, weitere Appetitlosigkeit und dauerndes Brechen. Wir machten sehr schnell die Erfahrung, dass Hundehaltung teuer ist. Unsere Tierärztin freute sich jedenfalls über ihre neuen Kunden. Eine Blutuntersuchung ergab dann das traurige Ergebnis: gefährliche, akute und wahrscheinlich mittlerweile chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diätfutter, Medikamente, Pankrex, Kortison, der arme kleine Kerl wurde mit allem zugestopft. Man machte uns eigentlich nicht viel Hoffnung, ihn noch einmal so richtig gesund zu bekommen. Über die Kosten machten wir uns mittlerweile keine Gedanken mehr, Kosten spielten und spielen für Beeno keine Rolle. Ein Anruf bei Wolli brachte ebenfalls keine guten Nachrichten, er lag im Krankenhaus und wartete auf eine Operation. Was als Routineeingriff gedacht war, komplizierte sich, er lag viele Wochen im Krankenhaus und wir machten uns große Sorgen. Wie sollten wir denn ohne Wolli aus Beeno einen richtigen Boxerrüden machen. Gott sei dank ging alles gut. Auch Beeno berappelte sich wieder und wurde ein nichtsnutziger Halbstarker.

Zaghafte Ausbildungsversuche und Beenos Autokauf

Nun wurde es ernst für ihn, wir wollten mit der Ausbildung beginnen. Auf ging es zu einem Boxerplatz. Ein schlechter Zeitpunkt wie sich schnell herausstellte. Die Gruppe und der Vorstand befanden sich in der Auflösung. Sehr amateurhaft versuchten Einige die Ausbildung aufrecht zu erhalten. Schon bald kam die Nachricht, dass es zu einer Fusion mit einer anderen Gruppe kommen sollte. Auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt. Unter Vernachlässigung aller demokratischen Regeln wurden die sieben Vorstandspositionen mit 6 Mitgliedern der anderen Gruppe besetzt. Am nächsten Samstag standen nun ein paar unerfahrene Bonner Boxerleute mit ihren Hunden auf dem Platzgelände vor dem Übungsplatz. Nun fielen nach und nach die neuen Profis ein. Eine Dame kommentierte unsere Anwesenheit mit "Das hört als allererstes auf, dass die hier mit ihren Hunden herumstehen, die Hunde kommen in die Box". Ich habe irgendwann einmal gelernt, dass man als erstes "Guten Tag" sagt, vielleicht dann sogar noch "hallo ich heiße..". Diese Dame sollte mich noch einige Jahre unangenehm begleiten. Nachdem der Ausbildungswart zuerst mit den guten Hunden gearbeitet hatte, durften auch wir den Platz betreten. Geh nach rechts, Leine rucken, Leine in die andere Hand, Leckerchen, hast Du keine vernünftigen Leckerchen, hörst Du mir nicht zu, andere Seite. Dieser Ton war mir unbekannt. Und meinen Beeno so stark rucken, der spinnt wohl. Erst später erfuhr ich, dass Ausbildungswarte auch einen Lehrgang "Rhetorik und Menschenführung" belegen müssen. Einige haben wohl in diesem Kurs ihre Auszeit genommen. Hier wurde noch nach der „alten“ Ausbildungsmethode gearbeitet. Der Hund braucht Druck, er hat zu hören. Spaß und Freude dem Hund vermitteln, waren zu dieser Zeit noch Fremdwörter. Heute erinnern wir uns noch oft an diese ersten Ausbildungserlebnisse und können nur den Kopf schütteln. Zum Glück hat sich in der Ausbildung viel geändert. Aber damals dachten auch wir, dass dies so richtig ist.

Am darauf folgenden Samstag, war ich sehr frühzeitig auf dem Platz. Ich ließ Beeno ohne Leine laufen. Gerne rannte er durch den kleinen Bach der am Hundeplatz vorbeiläuft.

Plötzlich rannte er aber durch das offene Eingangstor zum Platz und auch noch durch das zweite Törchen auf den Übungsplatz. Hier arbeitete gerade der Ausbildungswart mit seinem eigenen Hund. Nun brach ein Vulkan los. Ruf  Deinen Hund zurück, Du bist wohl bekloppt, Du musst besser aufpassen, eine Schimpfkanonade, wie ich sie in dieser Tonart nicht kannte -  und ich bin selber kein Engel - ging über Beeno und mir herab. Mein freundlicher Einwand, wer denn die Tore aufgelassen hätte, wurde mit purer Arroganz und dem Hinweis, dass ein Ausbildungswart alleine bestimmt, wer auf den Platz darf, übergangen. Nun machte ich meinen Beeno darauf aufmerksam und bat ihn, sich zukünftig danach zu richten. Wir stiegen in unser Auto und fuhren nach Hause. Das Thema Boxer-Klub war für uns nun zunächst mal abgehakt.

Wir waren zu diesem Zeitpunkt stolze Besitzer eines roten Seats Toledo. Wir erfuhren, dass unsere Seat-Werkstatt schließen musste. Ein blauer Seat Toledo auf dem Werkstatthof fiel uns schon länger ins Auge. Ein Vorführwagen. Ausgezeichnet mit 31.000,00 DM und allem Schnickschnack. Der nette Verkäufer meinte, dass er ihn uns für 27.000,00 DM verkaufen würde. Und 9.000,00 bekommen sie auch noch für den alten. Nach kurzen Verhandlungen einigten wir uns und waren stolze Besitzer eines Traumautos. Am Anfang hob ich Beeno immer in den Kofferraum. Später setzte er die Pfoten auf die Stoßstange und ich half ihm dann ins Auto.

Nur, einem nun fast ausgewachsenen Hund kann man ja nicht immer ins Auto helfen. Also sollte er nun springen, doch er weigerte sich. Nichts bewegte ihn, auch nur im Ansatz Bereitschaft zu zeigen, um wie jeder andere normale Hund ins Auto zu springen. Bis mich jemand darauf aufmerksam machte, dass er aufgrund des tiefen Kofferraums nicht sehen konnte, wohin er sprang. Unser Beeno wollte also nicht ins „Nichts“ springen.

Also musste nun ein Kombi her, damit Beeno bequem das Auto besteigen konnte. Nun tauschte ich mein Traumauto, fast neu, keine 20.000 km Fahrleistung gegen einen 4 Jahre alten VW Passat Kombi, Kilometerleistung 80.000, ein und zahlte auch noch kräftig drauf. Nee was ist man bekloppt. Beeno war sofort mit dem Tausch einverstanden. Der Drecksack sprang sofort und ohne Probleme in seinen neuen Wagen und strahlte mich an.

Nach unserem Reinfall mit dem Boxerklub musste nun irgendwo anders Beenos Ausbildung fortgesetzt werden. Eines Tages fiel uns ein kleiner Artikel in der Zeitung auf. „Erziehungslehrgang für alle Hunderassen“, veranstaltet durch den Jagdhundeverband. Ich meldete mich mit Beeno sofort an. Der Kurs fand jeden Sonntagvormittag in Alfter auf dem Sportplatz statt. Am ersten Übungstag versammelten sich ca. 15 Hundehalter/innen mit ihren Vierbeinern auf dem Sportplatz. Ein junger und netter Ausbilder führte uns in das Übungsprogramm ein. Er wies uns aber auch sofort darauf hin, dass er nur vorübergehend das Training leiten würde. Beim übernächsten Mal ist der erfahrenen Ausbilder wieder aus dem Urlaub zurück. Ja, das übernächste Mal. Ein Herr, Mitte siebzig, überzeugter Jäger in Lederhose, begrüßte uns, wie er sagte, mit dem Wort zum Sonntag. Ein Ausflug in die Politik, seine Sicht der Dinge, schimpfen auf alles was "links" ist und ein paar rechte Sprüche. Mein Hals schwoll. Aber es ging ja um Beenos Ausbildung. Alle Hunde machten schnell Fortschritte. An die Sprüche konnte man sich ja noch gewöhnen, obwohl die Anzahl der Teilnehmer sich von Woche zu Woche verringerte. Nun gewöhnte sich der Herr Ausbilder aber an, dem ein oder anderen Teilnehmer bei "Fehlleistungen" eins hinter die Ohren zu geben und dies nicht nur mit Worten sondern in Taten. Beim ersten Mal nahm ich dies erstaunt und noch grinsend zu Kenntnis und kommentierte dies eigentlich sehr eindeutig mit dem Hinweis "mit mir kein zweites Mal".

Nach dem zweiten Mal beendete ich diesen Ausbildungsabschnitt und verabschiedete mich.

Pubertät

Viel weiter waren wir nun noch immer nicht mit der Ausbildung unseres Boxers. Beeno schien das alles nicht zu stören. Hören?, muss das sein?, ich bin doch voll in der Pubertät, habt ihr da etwa  gehört?

Eines schönen Sommerabends wurde ich mit der gesamten Breite der Sturheit eines Boxers konfrontiert. Pubertät, aufbäumen gegen Herrchen, Sturheit, nicht hören wollen, alles musste an einem Abend auf den Tisch. Der Show-down begann gegen 19.00 Uhr. Beeno und ich wollten eine kleine Runde durch die Felder gehen. Schon nach kurzer Zeit beantwortete er mein "Komm hier her" mit einem kleiner Beller und trollte sich. Ich rief wieder, keine Reaktion. Nur nicht hinterherlaufen, so steht es in allen Büchern. Ihn nicht beachtend ging ich weiter. Kurz vor ihm wollte ich das Halsband greifen, brummend zog er ab und zeigte mir den Stinkefinger. Freundchen mit mir nicht. Ich drehte mich um und ging nach Hause. Jetzt wird er Herrchen ja wohl folgen. Pustekuchen. Er begab sich in eine Pflaumenplantage. Ich hinterher, dich krieg ich ja wohl. Direkt am Anfang der Plantage wartete Beeno auf mich, wie ich meinte. Ich rief, wieder ein kurzer Beller, ein Hochziehen der Lefzen und er trollte sich wieder. Was sich nun die nächsten 1 1/2 Stunden abspielte ist mit Worten nicht zu beschreiben. Immer wieder ließ er mich bis auf ein/zwei Meter heran und gab dann freudig Fersengeld. Es war ein tolles Spiel, Herrchen auf allen Vieren unter den bis auf die Erde herunterhängenden Ästen hinter mir her, Herrchen mit Schweiß auf der Stirn und dunkelrotem Kopf, fluchend und schimpfend, für Beeno war das endlich mal ein tolles Spiel und er war dauernd Sieger. So liefen wir alle Plantagen ab und Beeno zeigte mir einen wundervollen Weg nach Alfter. Kurz hinter der Stadtgrenze war mir alles egal. Soll der Köter doch machen was er will, meinetwegen braucht der nie wieder nach Hause zu kommen. Ich drehte mich um und ging nach Hause.

undefinedWenige Minuten später stupste mich jemand an, mein Beeno freute sich, mich wieder zu sehen, das Stummelschwänzchen ging und er bettelte nach einem Leckerchen. Sofort schnappte die Leine ein. Ich überschüttete meinen Beeno auf dem Nach- Hause-Weg lauthals mit Flüchen und Beschimpfungen. Spaziergänger die mir nun begegneten quittierten mein Verhalten mit dummen Kommentaren, die meine Laune weiter verschlechterten. Auf halbem Weg kam mir Steffi mit dem Fahrrad entgegen, sie hatte sich Sorgen gemacht. Mein einziger Gedanke war nur, hoffentlich hält sie ihren Mund und überlegt sich genau was sie sagt, nur ein falsches Wort und ich explodiere. Der Anblick, den ich bot, muss wirklich lachhaft gewesen sein. Der Einzige der sich freute, war unser Beeno. Ein toller Abend, viel erlebt, Herrchen ist endlich mal so richtig aus sich herausgegangen, er war ein guter Gegner und nun ist auch noch Frauchen den Rest des Weges dabei, super.

Ergebnis des Abends: Schluss mit Lustig, dieser Hund muss richtig gehorchen lernen. Aber wo??

Erste Konsequenz die gezogen wurde war, dass Steffi beschloss, die Ausbildung nun selbst in die Hand zu nehmen. Einen Vorgang, den ich später noch einmal erleben sollte. Aber es war eine gute Entscheidung. Mit diesem Entschluss begann für uns der Hundesport, der bald unser ganzes Leben bestimmen sollte

Irgendwie war mein ganzes Vorhaben in Sachen Ausbildung ja ein wenig glücklos gewesen. War es Pech oder lag es nur an mir? Fest steht jedenfalls, dass ich mal wieder Einiges gelernt hatte, fest steht auch, dass Steffi wesentlich umgänglicher ist als ich. Und es hat sich bis heute gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war.

Hundesportverein Bonn-Süd-Friesdorf

Meine Kollegin Susi Förster (die mit dem Airedale-Terrier Quito) bildete Junghunde beim Hundesportverein Bonn-Süd aus. Ihr Großvater gründete 1928 diesen Verein und war für viele Jahre dort Vorsitzender. Susi kommt also aus einer alten Hundefamilie. Oft hatte sie mir schon gesagt, kommt doch mit Beeno auf unseren Platz. Doch wir waren ja schon im Boxer-Klub Mitglied. Warum also noch in einen Hundeverein eintreten? Doch schien uns dies die beste Lösung zu sein. Steffi rief Susi an und verabredete sich sofort mit ihr. Nun wurde es für Beeno wirklich ernst. Für ihn begann unter Susis und Steffis Kommando der lange Weg bis zu einen voll ausgebildeten VPG III- und Fährtenhund. Doch vor allen weiteren Träumen liegt der harte Weg bis zur Begleithundeprüfung. Als Junghund bei Susi und später bei Willi Groher, dem damaligen Ausbildungswart der Gruppe, lernte Beeno tatsächlich alles, was ein Hund braucht um zu gehorchen. Steffi fing an, sich für den Hundesport zu begeistern. Bald kreuzten sich unsere Wege mit Martin Klar, einem Vollblut-Rheinländer und Hundeverrückten.

Martin und seine Frau Käthe begleiteten uns seitdem die ganzen Jahre in Freundschaft. Trotz einiger Meinungsverschiedenheiten und auch Missverständnissen, die es halt immer mal gibt,  ist dieser Kontakt nie abgerissen. Wir haben Martin sehr viel zu verdanken. Ohne ihn hätten wir es sicher mit unseren Hunden nicht so weit gebracht.

Bald nahm uns Martin mit auf

die „Fährte“. Fährtenarbeit ist Fleißarbeit. Hier trennt sich im Hundesport die Spreu vom Weizen. Ein/zweimal die Woche – zusätzlich zu den Übungsstunden Mittwochs und Samstags auf dem Hundeplatz – in Äcker und Wiesen und dies bei jedem Wind und Wetter, begleitet durch viele Rückschläge bei der Ausbildung, hier überleben nur die wirklich Harten. Nirgends braucht man soviel Geduld (und auch Selbstüberwindung). Ist nicht jedermanns Sache bei plus 2 ° C in strömendem Regen bis zu den Knien durch den Schlamm zu waten. Aber wenn es dann irgendwann beim Hund „klick“ macht und er wie am Schnürchen gezogen seine Fährte absucht und alle Gegenstände verweist, dann haben sich alle Mühen gelohnt. Beeno brauchte fast drei Jahre bis er die Fährtenhundprüfung bestand. Er hat alle Veranlagungen, hier noch Einiges zu leisten. Leider haben wir zu spät mit dem „Fährten“ angefangen. Die fehlende Zeit konnte er leider nie aufholen. So kam er leider nie an die großen Erfolge seiner Mutter und seiner Schwester heran. Trotzdem schaffte er die FH II  und sogar einmal die Qualifikation für die Landesmeisterschaft. Im Mai 2005 erfüllte er allen den größten Traum eines Hundesführers. Einmal „Hundert“ laufen. In seiner Heimat Jeverland erreichte er in der FH I 100 Punkte. Hierfür haben sich alle Mühen gelohnt und alle die dazu beigetragen haben können Stolz sein.

 Bald kreuzten sich unsere Wege mit Tanja und Hubert, mit denen uns nun schon viele Jahre eine gute und echte Freundschaft verbindet. Gemeinsam arbeiten wir in der Fährte und beobachten immer ohne Neid aber mit Freude und Interesse die Fortschritte des jeweils anderen mit seinen Hunden. Mittlerweile ist Tanja unsere Triningspartnerin. Steffi und sie ergänzen sich blind. Selbst aus mir macht sie einen halbwegs guten Hundeführer. Wir sind ein tolles Team.

Nach 1 ½ Jahren harter und konzentrierter Arbeit schafften Steffi und Beeno die Begleithundeprüfung. Nun begann der nächste Schritt, die Ausbildung zum Schutzhund, der VPG I. Denn nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Selbstverständlich waren wir jetzt begeisterte Hundesportler.

Ausstellung im Jeverland

Monatlich erscheinen die Boxerblätter, das Mitgliederheft des BK. Wir stießen auf die Ankündigung: Zuchtschau bei der Gruppe Jeverland. Da müssen wir hin. Endlich wieder Wolli und Gerda sehen, mit Gonda und Hummel schmusen. Das war ein Ziel. Wolli wurde angerufen, der sich unendlich freute. Er wollte versuchen noch den ein oder anderen von Beenos Wurfgeschwistern zu erreichen. Schon am nächsten Tag hatte Wolli uns eine Unterkunft in einem Nachbarort auf  einem Bauernhof besorgt. Nur, was muss man auf so einer Ausstellung alles machen muss, das wussten wir natürlich nicht. Wolli erklärte es Steffi am Telefon und meinte dann, schau dir einfach an wie die anderen es machen, du schaffst das schon. Nun fuhren wir mit Beeno zurück in seine Heimat. Erstmals sahen wir das Treiben auf einer Zuchtschau. Zwei Ausstellungsringe waren aufgebaut, hunderte von Leuten und Boxern wuselten herum. Irgendwie kannten sich alle, aber mit den Zurufen wie „ich habe letzte Woche V1 gemacht, ich habe die Anwartschaft bekommen, gratuliere zum Champ“, konnten wir nichts anfangen. Irgendwie war alles neu und aufregend. Wolli versuchte, uns alles zu erklären und wir hörten ihm gespannt zu. Ebenfalls den Weg ins Jeverland hatten Dieter und Regina aus dem Allgäu gefunden, die Futterspender von Beka, Beenos Schwester. Auch mit ihnen haben wir noch immer telefonischen Kontakt und versuchen, uns irgendwo einmal im Jahr zu treffen. Wir haben uns immer viel zu erzählen. Nun begann die Ausstellung. Als erstes kam ausnahmsweise die Veteranenklasse, hier gewann Wolli mit der alten Hummel den ersten Platz. Dann kamen die verschiedenen Kategorien, offene Klasse Hündinnen gelb, Junghunde Rüden gestromt usw. Was ich nun erlebte, sollte mir für den Rest meines Lebens reichen (dachte ich zu mindestens) . Ein Mann lief affig mit seinem Hund durch den Ring, draußen führten erwachsene Menschen mit Quietschis, Glocken, Stofftieren Veitstänze auf, um den Hund im Ring auf sich aufmerksam zu machen. Er muss in die richtige Richtung schauen, damit der Richter ihn begutachten kann. Immer wieder Rufe wie „hier ist Herrli, mulimuli, Schatzbär schau hier ist Frauchen puttiputtipu“. Das war nichts für mich. Was sollte denn unser Beeno hier. Er war doch sowieso der Schönste und Beste von allen. Beka und Beeno waren schließlich in den Klassen offene Hündinnen bzw. Rüden gestromt dran. Sie hatten mit dem Ausgang des Wettbewerbes nichts zu tun, wurden aber beide mit einem SG (Sehr Gut) bewertet. Wenn mir damals einer gesagt hätte, dass auch für uns die Termine von Ausstellungen irgendwann einmal einer wichtige Aspekt unserer „Jahresplanung“ sein würden, den hätte ich wirklich für bescheuert erklärt. Aber alles dauert halt seine Zeit. Ansonsten verlebten wir ein schönes Wochenende mit netten und lieben Menschen. Wolli war erfreut über Beenos gute Fortschritte und musste leise in sich hinein lächeln als ihm Steffi von ihren Hundesportlerambitionen erzählte. Das sind also die Beiden, die vom Hundesport nichts hielten, wird er sich wohl gedacht haben.

Damals dachte ich, Freiwillig bekommt mich  keiner mehr auf eine Zuchtschau. Dies ist nicht meine Hundewelt. Meine Begeisterung für diese Veranstaltungen hält sich auch heute noch in Grenzen. Aber auch da muss man durch.

Zwischengeschoben: Missgeschicke und Anekdoten I

Das Kaninchen

Beeno raste über den frisch gepflügten Acker. Er war außer Rand und Band. Am Ende des Ackers, noch gerade in Rufweite verweilte er. Es musste etwas Hochinteressantes  gefunden haben. Dann setzte er sich in Bewegung. Stolz, aufrecht und mit geschwellter Brust kam er zu uns zurück. Was hatte er nur in der Schnauze? Stolz präsentierte er uns seine Beute. Beeno hatte ein halb verwestes Kaninchen erlegt. Frauchen und Herrchen wurde nun dieses tolle Geschenk übergeben. Bloß nicht ausschimpfen, ihn loben. So heißt es in allen Hundebüchern. Loben für ein stinkendes Stück Kaninchen, hoffentlich will er es nun nicht auch noch fressen. Also. Toller Beeno, hast Du fein gemacht. Willst Du nicht doch lieber Dein Bällchen? Nein. Oder ein paar Leckerchen. Nein. Stolz wurde das Kaninchen getragen. Vielleicht noch bis in die Wohnung. Wir versuchten Ihn abzulenken, zum Spielen zu animieren, nichts nutzte. Beeno hatte seine erste große Beute erlegt. Dann kam die Rettung, Beenos bester Freund Lumpi, ein kleiner Rauhaardackel näherte sich. Beeno, da kommt Lumpi. Das half, nun war die Beute egal, er ließ sie fallen und stürmte freudig zu seinem besten Freund. Das Kaninchen wurde schleunigst von uns unter einem großen Erdhaufen standesgemäß bestattet.

Das Auge

Mittags ging Steffi mit Beeno immer in den Bonner Hofgarten. Zu jedem Mittagsspaziergang gehörte das obligatorische Stöckchenspiel. Steffi warf Stöckchen und Beeno erlegte den Stock immer mit einem Känguruhsprung. Leider blieb einmal das Stöckchen nach dem Werfen mit einem Ende im Matsch stecken. Ein Ende ragte nach oben. Mit seinem Känguruhsprung sprang er leider in den Stock, mitten ins Auge. Die Tierärztin stellte einen Riss in der Hornhaut fest.  Alle zwei Stunden bekam er jetzt eine Salbe ins Auge. Tag und Nacht, drei Tage. Der Wecker wurde alle zwei Stunden gestellt, abwechselnd standen Frauchen und Herrchen auf. Für Beeno war das toll, schließlich gab es ja jedes Mal ein Leckerchen. Dank unserer Pflege war alles nach drei Tagen verheilt. Nur ein kleiner Punkt in Beenos Auge erinnert noch an dieses Abenteuer. Glück gehabt.

André

Steffis Arbeitskollegin nahm an einem Tag der Woche schon mal ihren kleinen Sohn André, damals zwei Jahre alt, mit ins Büro. Kein Problem, er hatte ja mit Beeno einen Spielkameraden. Beide lagen auf Beenos Lager und spielten. Der Büffelhautknochen und die Banane wurden redlich geteilt. Beenos Rücken diente als Bergstrecke für die Spielzeugautos. Auf Beenos Schnauze fand der Bagger seinen Platz, konnte baggern. Unser Dicker ließ das alles mit stoischer Ruhe über sich ergehen und gab André zwischendurch immer mal ein Küsschen (sehr zum Leidwesen der Kindesmutter). Boxer sind halt tolle Hunde im Umgang mit Kindern.

Das Sofa

Der Hund gehört nicht aufs Sofa, nicht auf den Sessel und nicht ins Bett. Von drei Vorgaben hat heute noch eine Gültigkeit. Die Hunde dürfen nicht ins Bett. Aber am Anfang hatten wir fest vor, auch Sofa und Sessel zeitlebens zur Tabuzone zu erklären. Nur, unser Beeno wollte halt aufs Sofa. Nachts stellten wir Stühle und Tonnen auf die Sessel und aufs Sofa. Er kam nicht drauf. Aber unser Beeno ist hartnäckig. Tagelang legte er seinen Kopf auf mein Knie, dann stieg er mit den Vorderpfoten auf meinen Schoß, schließlich war der ganze Hund auf meinem Schoß, aber nicht auf dem Sofa. Bis hierin brauchte er etwa zwei Wochen. Jeden Tag ein paar Zentimeter mehr. Wer so kämpft und dann auch noch so treu schaut. Beeno hatte gewonnen. Er hatte sich sein Sofa hart erarbeitet!

Schwerer Rückschlag

Mittlerweile waren wir nach Rolandswerth umgezogen. Das Haus gehört Steffis Eltern (wie wir damals dachten), liegt direkt am Wald, die „Straße“ endet an einem Wendehammer vor der Haustür. Ideal für Hunde. Kurz vor Weihnachten ließ Beenos Appetit stark nach, er magerte ab und wurde immer lustloser. Schließlich wieder das uns schon bekannte Erbrechen unverdauten Futters. Die Diagnose war klar, die Bauchspeicheldrüse. Trotz Tabletten besserte sich sein Zustand nicht. Den Tag vor Heilig Abend brachten wir ihn in die Tierklinik, wo er bleiben musste. Er stand kurz vor dem Austrocknen, weil er nicht einmal mehr Wasser bei sich behielt. Weihnachten ohne Beeno. Anruf in der Klinik am Morgen des 24.12., Beeno, ja der muss noch hier bleiben, habe aber jetzt keine Zeit, rufen sie morgen wieder an. Abends Geschenke auspacken, wofür? Ach danke, wollte ich schon immer mal haben. Die Stimmung war bei null, nein weit unter null. Kein Schnaufen, kein Stupsen, kein Kampf um den besten Platz auf dem Sofa, selbst das Sabbern kann man vermissen. Noch ein Tag ohne Beeno. Am nächsten Tag dieselbe Frage, dieselbe Antwort. Nachmittags der Entschluss, ich fahre in die Klinik und hole Beeno nach Hause.

undefinedAngekommen in der Klinik, wollte ich meinen Hund sehen. „Ich bring Ihnen den Hund gleich, aber er muss noch hier bleiben.“ Da kam er dann, völlig von der Rolle nur ein kleines Wackeln der Rute, aber ein bittender Blick. Ja mein Freund, Du kommst jetzt mit nach Hause. Ich bekam noch einige Tabletten und die Rechnung. Wieder einen Urlaub in der Klinik gelassen. Dann der Spruch, der mich fast ausrasten ließ. „Wenn Sie wollen, ich schläfere Ihnen den Hund ein, er hat sie doch schon genug gekostet und viel Freude werden sie an dem sicher sowieso nicht mehr lange haben.“ Konsequenz aus diesem „Angebot“: Wir wechselten stehenden Fußes den Tierarzt!!! Steffi habe ich erst Jahre später den wahren Grund für den Tierarztwechsel erzählt und dann ist sie noch explodiert als sie das hörte.

Zu Hause angekommen, blieb Beeno vollkommen verstört auf dem Wendehammer stehen, und ließ unkontrolliert Wasser laufen. Erst im Haus registrierte er langsam, das er wieder zu Hause ist. Es fing an ihm an besser zu gehen. Ich denke mal, er spürte was er uns bedeutet und beschloss: Ich werde gesund. Er wurde es und entwickelte sich unglaublich, er machte den Eindruck nun alles, was er durch seine Krankheiten versäumt hatte, nachholen zu wollen. Bis heute hat er nie wieder etwas mit der Bauchspeicheldrüse zu tun gehabt. Vorsichtshalber lassen wir alle Blutwerte jährlich kontrollieren. Es tut uns leid, aber der Beeno ist vollkommen gesund, so der Spruch unserer Tierärzte nach jeder Untersuchung. Hoffentlich bleibt es so.

Konsequenz aus dieser Geschichte war für uns. Niemals mehr auch nur einen Tag ohne Boxer. Der Beschluss “ein zweiter Boxer muss ins Haus“ stand fest.

Eyka

 













Wir unterrichteten Wolli von unserem Entschluss, einen zweiten Boxer ins Haus zu holen. Da er bei der nächsten Hitze Gonda noch einmal belegen lassen wollte, sollte es natürlich wieder ein Friedeburger werden. Diesmal eine Hündin. Gonda wurde heiß und wir warteten darauf, das uns Wolli davon unterrichtete das der Rüde sein Werk vollbracht hatte. Das Telefon klingelte, Wolli am Apparat. Wolli konnte Gonda nicht belegen lassen, am selben Tag musste er Gipsy (Bonna), eine Schwester von Beeno bei sich aufnehmen. Sie war mittlerweile bei ihren zweiten Besitzern gelandet, die und ihre fünf Kinder waren nicht das richtige zu Hause für Gipsy. Für Gipsy begann bei Wolli nun ein neues, ein gutes Leben. Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, das Wolli und Gipsy 2004 FH-Atibox-Weltmeister werden würden.

Zwei Hunde und Welpen, da spielte Gerda nicht mit. Also kein zweiter Friedeburger. Wolli hörte sich um, alle Anzeigen wurden durchgekämmt, keiner hatte eine Hündin. Es sollte natürlich mindestens Leistungszuchtsein, wir waren ja schließlich jetzt Hundesportler. In Düsseldorf wurden wir fündig. Wolli gab sein OK, und wir machten einen Besichtigungstermin. Eine kleine gestromte Hündin begrüßte uns vorsichtig. Sie ist kaputt vom Spielen wurde uns gesagt. Ich würde sie nehmen, Steffi zögerte, aber sie überließ mir die Entscheidung. Ich sagte ja zu Eyka von der Isenburg. Bis heute ist Eyka ein Hund mit wenig Selbstvertrauen. Sie hat „Wesensschwächen“, deshalb haben wir auch den Entschluss gefasst, sie nicht in der Zucht einzusetzen. Dem Rat, sie wieder zu verkaufen, sind wir nicht gefolgt. Eyka ist eine dankbare und treue Hündin, auch mit all ihren Schwächen ist sie unser „gutes Mädchen“. Wir sind stolz auf sie und möchten sie nie missen. Trotz aller Schwächen hat Steffi mit ihr die VPG III und die FH I geschafft. Für beide ein großer Erfolg.

Wieder wollten wir vorher noch zwei Wochen nach Borkum in den Urlaub fahren. Wieder vereinbarten wir unser neues Familienmitglied auf dem Rückweg abzuholen. Mit Beeno verbrachten wir zwei herrliche Wochen auf Borkum. Strand, Sand Dünen, Wasserkanister die der Wind vor sich hertrieb, es gibt nichts Schöneres für einen Hund. Auf dem Rückweg wurde Eyka abgeholt, sie musste zu Beeno in die Box. Dieses kleine Würmchen, was soll ich damit, verschont mich mit der, lasst die bloß hier. Beeno war alles andere als begeistert über das neue Familienmitglied.

 

 

 

 

 

 

 

Zu Hause angekommen, öffnete ich als erstes die Terrassentür. Eyka lief sofort heraus, zwängte sich durch das Balkongitter und schaute nun vier Meter in die Tiefe. Mir blieb das Herz stehen. Eyka, ein Hund für 1 ½ Stunden? Was ist nun die richtige Reaktion? Ich blieb stehen und rief nur Eyka, Eyka komm hier her. Sie freute sich, dass sie mich hörte. Quetschte sich durch das Gitter und kam freudig zu mir gerannt. Tausende von Steinen fielen mir vom Herzen. Am nächsten Tag wurde das gesamte Geländer mit Kaninchendraht bestückt und das Problem war erledigt. Beeno gewöhnte sich langsam an Eyka, er sah einfach ein, dass er sie so schnell nicht mehr loswurde. Viel zu schnell verging die Welpenzeit, und aus Eyka wurde eine junge Dame. Die ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung) und die AD (Ausdauerprüfung) standen auf dem Programm. Ich übte mit Eyka Rad fahren und es klappte recht gut. Vor der ZTP musste noch die HD- und Herzuntersuchung durchgeführt werden. Die Herzuntersuchung wurde in einer sehr empfehlenswerten Praxis in Köln durchgeführt. Die Untersuchung ergab eine minimale Übergangsform. Also fast „Herzfrei“. Für die HD-Untersuchung wurde uns eine Praxis empfohlen, der Arzt ist ein „HD-Röntgen-Gott“. Toller Tipp, der Arzt praktizierte seit Jahren nicht mehr. Normalerweise wird der Hund für die HD-Röntgung in eine kurze Narkose gelegt. Hier teilte man uns mit, dass hier mit einer neuen Methode gearbeitet wird. Der Hund wird mit einer Spritze in eine Ruhephase gelegt, er bleibt aber wach. Das ist für den Hund besser. Nun machte ich einen ganz schweren Fehler, den ich mir bis heute nicht verziehen habe. Ich bestand nicht darauf, beim Röntgen dabei zu sein. Eyka bekam die Spritze, sie schoss wie eine Rakete in die Luft und drehte sich um 180 Grad. Sie wehrte sich innerlich gegen diese Betäubung. Und das wohl auch während des Röntgens. Nach Erledigung des ganzen Schreibkrams für den BK in München konnte ich endlich wieder mit Eyka nach Hause fahren. Ich hatte einen völlig verstörten Hund, der gleichzeitig unwahrscheinlich aufgeregt war. Sie wollte sich einfach nicht beruhigen. Ihr steifes Gehen führte ich noch auf die Wirkung der Spritze zurück. Am nächsten Morgen hatten wir einen Hund, der sich kaum noch bewegen konnte. Unter Schmerzen und mit Fieber kam sie zu uns. Der ganze Hund war angespannt. Die Diagnose lautete steifer Hals, HWS-Syndrom. Mit starken Medikamenten und viel Ruhe war dies nach zwei Wochen wieder in Ordnung. ZTP und AD waren zu den Akten gelegt. Dieser steife Hals kam immer wieder, insgesamt waren es fünf starke Anfälle. Wir versuchten die Ursache zu erforschen, indem wir die einzelnen Erkrankungen verglichen, aber wir fanden keinen Zusammenhang. Der letzte Anfall war so stark, das uns unsere Ärzte wenig Hoffnung machten, dies jemals in den Griff zu bekommen. Auf den Röntgenbildern waren zwei veränderte Halswirbel zu erkennen. Es sah aus, als ob sie etwas kleiner waren und die Bandscheiben bereits geschädigt waren. Nie mehr Schutzdienst, kein Hundesport. Und das mit einem Hund, dessen Temperament gerade nur mit Sport zu zügeln war. Wir waren deprimiert. Ein Hund der alle Veranlagugen hat und dann dies. Nun arbeiteten wir mit dem Hund verstärkt auf der Fährte, es wurde ohne Helfer reviert, die Hürde lag bei einer Höhe von 30 cm. Martin dacht sich immer wieder neue Soft-Übungen für seine Eyka aus, keine Mühe war ihm zu groß um sie mit irgendetwas Sinnvollem zu beschäftigen. Er und Tanja, die uns immer wieder Mut machte, hatten einer großen Anteil daran, das wir Eyka nicht aufgaben. Sie machten uns den Mut, dass Eyka dies übersteht und wieder ganz gesund wird. Ein ganzes Jahr hielten wir sie aus allen größeren Belastungen heraus. Trotzdem entwickelte sie sich weiter und machte uns unendlich Freude. Sie ist verschmust und unwahrscheinlich anhänglich, irgendwie wirkt sie dankbar. Nach einem Jahr bemühten wir uns um einen Termin bei Herrn Professor Krüger an der Uni Aachen. Wir erzählten ihm den ganzen Krankheitsverlauf. Er untersuchte sie äußerst gründlich und fertigte insgesamt sechs Röntgenbilder an. Solch eine gute und tolle Halswirbelsäule habe ich lange nicht mehr gesehen. Ihr Hund ist vollkommen gesund. Wie das denn sein könnte, fragten wir. Sie haben ihn sicher gut und liebevoll gepflegt. Mit dieser Wirbelsäule kann der Hund alle Belastungen ertragen. Unsere Überzeugung ist, dass der Hals beim HD-Röntgen verdreht wurde, weil Eyka sich trotz dieser Zauberspritze dagegen wehrte. Da man nie genau wusste, was es nun wirklich war wurde diese Entzündung nie richtig ausgeheilt. Es reichte ein Sprung ins Wasser, wo der Kopf auf die Wasserfläche knallte, um die nicht richtig auskurierte Verletzung wieder aufbrechen zu lassen. Erst das eine Jahr Pause mit einer langen Kortisonbehandlung, die die Entzündung richtig ausheilte, haben unsere Eyka gerettet. Danke an unsere Tierärzte in Alfter, Herrn Professor Küpper (der leider 2004 tödlich verunglückte), Martin und Tanja. Natürlich spielt immer noch ein Teil Rest-Angst auf dem Hundeplatz mit.Auch solch eine Krankheit stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Hund ungemein. Bis zur VPG I bestimmten Arbeitsfreude und Zuneigung  das Arbeitsbild. Eyka hat nie irgendwelchen Druck gebraucht, alles kommt aus ihrer Arbeitsfreude und ihrem grenzenlosen Vertrauen zu Frauchen und Herrchen. Urplötzlich baute Eyka ab, sie zeigte wieder ihre Unsicherheit, sie verlor den Spaß am arbeiten. Trotzdem schafften Steffi und Eyka noch die Prüfungen bis zur VPG III und zur FH I. Warum und woher dieser Einbruch kam, lässt sich für uns nicht nachvollziehen. Mittlerweile arbeite wieder ich mit Eyka. Zusammen mit Tanja versuchen wir ihr wieder Freude und Spaß zu vermitteln. Erste Erfolge sind sichtbar. Wir werden sehen, wie sich weiter entwickelt. Trotzdem sind wir stolz auf diesen Hund. Eyka ist immer freudig, sie sucht immer den Kontakt zu uns, sie ist zwar ein vollkommen anderer Hund als Beeno, aber genauso einzigartig. Wir möchten auch sie nicht mehr auch nur einen Tag missen. Auch bei ihr bekam ich von einem Arzt, den ich vertretungsweise bei einen ihren Anfällen aufsuchen musste, den Tipp, sie doch besser einschläfern zu lassen. Es gibt anscheinend einige eigenartige Tierärzte.

Zweiter und dritter Versuch beim Boxer-Klub

In Bonn-Süd hatte ein „fahrender Schutzdiensthelfer“ angeheuert. Es gab fast keinen Hundeplatz im Umkreis von Köln und Bonn wo dieser selbsternannte Spitzenhelfer nicht sein Unwesen getrieben hatte. Aus nicht nachzuvollziehenden Gründen fielen die Verantwortlichen in Bonn-Süd auf ihn herein. Ein großer Transporter mit Hänger transportierte ihn, seine Frau und seine sechs Hunde. Keiner dieser Hunde verfügte über ein Ausbildungsmerkmal. Sie dienten aber alle als seine Vorführhunde. Bei diesem Menschen handelte es sich um einen Irren, der seine Hunde durch Tische, Stühle, und dunkle Räume hetzte. Das Anwenden von Teletac-Geräten war selbstverständlich. Es flogen nur so die Funken. Nun folgten wir Martins Rat, der Rasseverband muss immer Euer zweites Standbein sein. Ein zweiter Versuch beim BK wurde in Begleitung von Martin gestartet. Die handelnden Figuren auf dem Platz waren noch immer dieselben. Es hatte sich nicht viel geändert, außer das eine Gruppe von ca. 15 Leuten sich abgespaltet hatte, und eine neue BK-Gruppe gegründet hatte. Nach etwa vier Wochen wurden wir von meiner „besten Freundin“, der schon mal erwähnten Dame, angesprochen: Wir ihr sicher bemerkt habt, gibt es Dienstags warmes Essen. Wenn ihr wollt, dürft ihr ab heute mitessen, wir mussten ja erst mal sehen ob ihr überhaupt zu uns passt. Ja wo sind wir denn hier, auf einem für alle BK-Mitglieder offene Platz entscheiden einzelne wer was zu essen bekommt oder nicht?  Einige Monate später waren Vorstandsneuwahlen. Steffi wurde gefragt, ob sie Schriftführerin werden wolle. Sie willigte ein. Laut Satzung sind auch zwei Beisitzer zu wählen. Die Dame hatte Stimmzettel vorbereitet, nicht Beisitzer sondern eine „Küchenfee“ (ja das stand wirklich auf dem Stimmzettel) und ein Platzwart waren zu wählen. Es wurden schließlich zwei Beisitzer gewählt. Später bekam der eine Beisitzer auf die Frage, warum er noch keinen Platzschlüssel bekommen hätte vom Vorsitzenden die Antwort, du bist nur Beisitzer und die sind keine richtigen Vorstandsmitglieder. Über ein Jahr später fiel mir auf, dass laut Satzung ja auch noch ein Zuchtwart bzw. eine Zuchtwartin zu wählen gewesen wäre. Auf der Tagesordnung zu den letzten Vorstandswahlen war dieser Punkt aber überhaupt nicht aufgeführt. Auf meine Nachfrage, erhielt ich folgende Antwort: Wir haben doch nur eine Züchterin in unserer Gruppe, willst Du etwa, das die in den Vorstand  gewählt wird? Mit der Demokratie, das ist wohl so eine Sache, wahrscheinlich gibt es mindestens zwei davon, die eine, die in der ganzen Welt gilt und die andere, die bei dieser BK-Gruppe galt. Steffi bekam einen Umschlag mit Adressen von Mitgliedern, die noch keinen Beitrag bezahlt hatten, mit dem Vermerk „Bitte anschreiben“. Ihr Hinweis, das sie ja nun nicht Kassenwartin wäre, wurde mit der Bemerkung abgetan: Alles Schriftliche hat der Schriftführer zu machen. Die Dame schrieb schließlich selber. Einer Einladung zu einer Mitgliederversammlung fügte Steffi selbständig und ohne den Vorsitzenden zu fragen, eine Liste aller Vorstandsmitglieder, die Übungszeiten und die Termine der Prüfungen und Feste bei. Da hatte sie etwas gemacht, Adressen von Vorstandsmitgliedern dürfen doch den einfachen Mitgliedern nicht bekannt gegeben werden, das geht die doch nichts an. Bei dieser Diskussion stand ich dabei und wollte meinen Senf dazugeben, da stieß mich die Dame beiseite und rief nur immer wieder: das ist Vorstandssache, da gehörst Du nicht zu. Für mich war die BK-Gruppe das zweite Mal gestorben. Diese Dame bemühte sich übrigens auch einmal als Pressereferentin. Anstatt an die örtliche Presse eine Pressemitteilung zu schicken, wurde für 1.000,00 DM eine Anzeige in einem Wochenblatt gekauft, um die Übungszeiten bekannt zu geben. Unser armes Geld.

Als Vorstandsmitglied war Steffi weiter an die Gruppe gebunden, schließlich wollte sie ja auch mit den Hunden weiter arbeiten. Die Ausbildung mit Werner und Hans war ja auch freundschaftlich, gut und fair. Das Argument der beiden, irgendwann sind ja wieder Vorstandswahlen ließ auch mich einen dritten Versuch wagen. Wieder brachten sich ein teil „Jüngerer“ mit Arbeit und Ideen ein. Doch schon bald stieß auch dies wieder an die Grenze, denn es durfte ja nichts verändert werden, die alte Crew muss immer die Gruppe im Griff haben, denn es ist ja schließlich ihre eigene, wahrscheinlich private Gruppe. Ideen, die als Diskussionsgrundlage für einige Neuerungen, Platzrenovierungen und Finanzierungsmöglichkeiten gelten sollten, wurden als Angriffe ausgelegt. Als dann schließlich während unseres Urlaubes eine Mitgliederversammlung zur Verbesserung der Finanzsituation eine Platzgebühr für alle, also Mitglieder und Gäste, in Höhe von 2,00 € pro Woche eingeführt wurde, war für uns klar: hier passt wirklich nicht zusammen, was überhaupt nicht zusammengehört. Steffi trat als Schriftführerin zurück und wir wechselten in eine andere BK-Gruppe.  Ein Schritt der längst überfällig war und den wir schon viel früher hätten machen sollen. Alles was man in der Freizeit tut, soll einem Spaß machen, ein gewisses intellektuelles Niveau sollte jedoch auch  vorhanden sein. Gegen Dummheit kann man nicht argumentieren, aber man kann Dummheit aus dem Wege gehen. Es war schade, denn wir hatten doch viele nette Boxerleute kennen gelernt, von denen einige viel früher als wir die Konsequenzen gezogen haben, und der Gruppe den Rücken gekehrt haben. Gemeinsam hätte man viel erreichen können.

Dazwischengeschoben – Anekdoten und Missgeschicke II

Der stinkende Fisch

Als Eyka noch Welpe war spielte ich oft mit ihr und Beeno auf der Rheinwiese. Plötzlich verschwand Eyka in der Uferböschung. Mit einem großen, stinkenden Fisch kam sie zurück. Sofort kam das  „pfui ist das“ und mein Bemühen, das sie den Fisch fallen ließ. Als sie ihn fallen gelassen hatte, drehte ich Beeno den Rücken zu, dies nutzte der um sich in dem Fisch zu wälzen. Als ich diese beendet hatte, fing Eyka an sich in diesem tollen Fisch zu wälzen. Ich trat schließlich mit zwei erbärmlich stinkenden Boxern den Heimweg an, und dies an einer Meterleine. Drei Waschgänge auf der Terrasse benötigte ich bei beiden, um den Duft halbwegs erträglich zu gestalten. Am Schluss half nur noch das Besprühen mit einem Wasser/Essig- Gemisch. Essigduft kann toll sein.

Funkstille

In jeder guten Ehe herrscht schon mal vorübergehend Funkstille. Nur wie überwindet man dieses Funkloch am besten, Wer macht den ersten Schritt.

Beeno, Herrchen hat Frauchen überhaupt nicht mehr lieb. Beeno sag Frauchen das sie Quatsch redet, und schon ist das Problem gelöst.

Der Mann mit Bart

Einmal entwischte uns der kleine Beeno. Urplötzlich rannte er davon. Kein Rufen half. Er rannte freudig auf einem großen Mann, mit hellem Bart und Brille zu. Das ist sicher mein altes Herrchen (der Mann sah Wolli aus der Entfernung wirklich zum verwechseln ähnlich). Zur Salzsäule erstarrt erwartete der Auserwählte ziemlich ängstlich den herannahenden Hund. Halten Sie den Hund zurück. Die Stimme überzeugte Beeno, das war nicht mein altes Herrchen und enttäuscht drehte er ab.

Die Joggerin

Das erste was beide Hunde lernen mussten war, bei Fahrradfahrern und Joggern „Sitz“ zu machen. Heute machen sie dies automatisch, es gibt ja schließlich auch ein Leckenchen dafür. Diese Maßnahme hat uns sicher bis heute viel Ärger erspart. Eines Morgen schob sich weit hinten ein großer Schatten auf uns zu. Eine Joggerin, 1,50 x 1,50. Ihr Joggen bestand daraus ihren Fleischberg Zentimeter für Zentimeter in Trippelschritten nach vorne zu bewegen. Wenn ich beide sitzen lassen, wen diese Person in normaler Sichtweite ist, dann kann es Stunden dauern bis sie an uns vorüber ist. Also entschloss ich mich sie so nah wie möglich an uns heranzulassen. Plötzlich entdeckte Eyka die Zielperson und erschrak sich so, das sie einen Satz zur Seite machte. Das war das Signal für unseren Beeno. Meine Eyka ist in Gefahr. Und als guter Schutzhund war „Stellen und Verbellen“ angesagt. Vorbildlich baute er sich vor ihr auf und verbellt sie. Dies gab Eyka den Mut zurück. Auch sie zeigte was sie gelernt hatte. Die arme Joggerin holte langsam ihr Herz aus der Hose zurück, ich bekam langsam meine beiden wieder in den Griff und entschuldigte mich. Beruhigt nun zu wissen, dass ich mir im Ernstfall keine Sorgen machen brauche, traten wir drei den Heimweg an.

Gipsy

 

 

 

 

 

Beenos Schwester Gipsy hat nun bei Wolli endlich ihr gutes Zuhause gefunden. Wolli ließ sie belegen und erfreutes sich eines guten Wurfes. Mit Hans und Werner fuhr ich mehre male nach Reepsholt, um Welpen zu gucken. Hans hatte sich entschlossen aus Gipsys Wurf einen Welpen zu nehmen. Cajo von der Friedeburg wird jetzt bei Hans zum Champ ausgebildet. Julia (Hans Tochter) hat mittlerweile zwei mal mit Cajo an den Deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen und 2005 war Hans mit Cajo bei den Deutschen Meisterschaften in Kaiserslautern dabei. 2004 wurden Gipsy und Wolli FH-Atibox-Weltmeister. Wollis größter Erfolg als Hundeführer. Solch ein Erfolg zählt noch mehr, wenn man ihn mit einer Hündin aus einem eigenen Wurf erzielt.

Erfolge und Misserfolge

 

Einer der ersten Sprüche von erfahrenen Hundeführern die wir hörten, "wer noch nicht durch eine Prüfung gefallen ist, der ist auch kein richtiger Hundesportler". Wie war. Weil es viel kürzer ist, beginne ich mit meinen Erfolgen und Misserfolgen. Meine Hundesportlerkarriere mit Eyka sollte mit der ZTP und der AD beginnen. Durch Eykas Verletzung wurde ja bekanntermaßen nichts daraus. So führte ich Eyka erfolgreich zur BH. Sie lief wirklich eine prima Unterordnung. Nach Eykas Verletzung ging es darum sie sinnvoll zu beschäftigen. Das traute man mir noch zu. Als sich herausstellte, das Eyka wieder belastbar war, konnte auch wieder ganz anders mit ihr gearbeitet werden. "Wenn Eyka gesund wäre und Steffi mit ihr arbeiten würde, das wäre ein Hund", aber Eyka ist doch gesund,  so mein Einwand. Nun hatte ich verstanden. Steffi ist ja auch wirklich die weitaus bessere Hundeführerin. Wenn Beeno älter ist, dann kannst Du ja mal mit Beeno eine VPG I laufen, der kann ja alles blind. Danke für die aufmunternden Worte. Und so endete zunächst meine Karriere als aktiver Hundesportler, jedoch ohne jemals durch eine Prüfung gefallen zu sein.

Steffi bereitet Beeno auf die VPG I vor und nun kam etwas ins Spiel, womit ich nicht  gerechnet hatte. Steffis Prüfungsangst. Vier Wochen kein anderes Thema als, ich falle durch die Prüfung. Man was war ich genervt. Am Tag der Prüfung holte Steffi am Fährtengelände Beeno mit den Worten, "Beeno, jetzt fallen wir durch" aus dem Auto. 37 von 100 Punkten waren das Ende vom Traum der VPG I. Eine selbstgetretene Fährte, ein einfaches U, und dann nicht mehr wissen wo man Langgelaufen ist, man was muss man da nervös sein. Anschließend war Steffi wie ausgewechselt, Beeno lief eine schöne Unterordnung und mit 91 Punkten den besten Schutzdienst des Tages. Zum Trost gab es den Wanderpokal der Gruppe für den besten Schutzdienst. Bei der Frühjahrsprüfung nahmen das Team Beeno/Steffi problemlos alle Hürden. Beeno war jetzt ein richtiger Schutzhund. Im Herbst gab es die erste Prüfung, bei der Steffi und Wolli gemeinsam starteten, Steffi in  VPG II, Wolli mit Gonda FH 1. Beide liefen eine gute Prüfung, und Wolli freute sich über Beenos Erfolg. Vor allem freute er sich über die Art und Weise wie Steffi Beeno vorführte. Lange hatte er niemanden mehr gesehen, der so sportlich eine Prüfung lief. Wenn das mal kein großes Lob war. Die VPG III versuchte Steffi in Bonn-Süd, ein nicht enden wollender Regen spülte Beenos Fährte weg. Er hatte keine Chance. Ein paar Wochen später klappte es beim BK reibungslos und Beeno war ein "3er-Hund". Zwischendurch hatten die beiden die Fährtenprüfung beim Hundesportverein Mehlem bestanden. Nun war Beeno ein vollständig ausgebildeter Sporthund. Fährtenprüfungen in Jülich und Koblenz beendeten die beiden mit akzeptablen Ergebnissen.

Nur was macht man, bis man Prüfungen erfolgreich abschließen kann? Üben, Üben, Üben. Und man braucht Hilfe. Wir hatten das Glück mit Menschen arbeiten zu dürfen, die über einen unwahrscheinlichen Erfahrungsschatz verfügen. Bei Wolli legen wir  dann auch schon mal einen kurzen Intensivlergang Fährte in Friedeburg ein. Lernen heißt Ratschläge annehmen, das Gesagte aber auch umsetzen zu können und eigene Fehler einsehen. Am meisten lernt man durch zusehen, wie andere arbeiten und Prüfungen laufen. Genauso wichtig wie alle Theorie ist, dass man die Leistunkstärke seines Hundes einschätzen kann. Hieran muss man dann seinen eigenen Ehrgeiz messen. Mit Gewalt erziele ich keine Erfolge. Die Leistungen von Beeno, trotz aller gesundheitlichen Rückschläge so viele und gute Prüfungen absolviert zu haben, schätzen und bewerten wir höher als jeden Meistertitel. Beeno ist unser Weltmeister und für Steffi war es die Meisterprüfung. Dass es ihr dann auch noch gelang Eyka bis zur VPG IIII und zur FH I zu führen, zeigt, dass sie eine ausgezeichnete Hundeführerin ist. Man kann noch soviel theoretisches Wissen haben, das Wichtigste ist, dass Hundeführer und Hund ein Team sind, die Beziehung muss stimmen. Gute Teams erkennt man immer an der Arbeitsfreude von Hund und Hundeführer. Schwanzwedeln und Hundeführer anhimmeln sind immer ein gutes Zeichen für gute, artgerechte und gewaltfreie Ausbildung. Gute Hundeführer findet man auf den Übungsplätzen an der Rehling und nicht beim Kaffeetrinken im Clubheim. Gelerntes weitergeben, auch das muss man können. Steffi hat über einen Zeitraum von 1 1/2 Jahren alle Fortbildungen des BK`s besucht, die man braucht um selber Ausbildungswart zu werden. Erfolgreich hat sie die entsprechende Prüfung bestanden. Tja was aus einem so werden kann, wo man doch vom Hundesport nichts gehalten hat

Heute können wir auf dem Hundeplatz selbständig arbeiten. Viele Fortbildungen haben uns „unseren“ Weg in der Ausbildung gezeigt. Mit Tanja sind wir ein Team, was sich ergänzt, wobei Tanja die „Chefin“ ist. Denn anzuerkennen, dass der andere der Bessere ist, ist ein ganz entscheidender Punkt auf dem Weg sich selber zu verbessern.

Eingeschoben: Anekdoten und Missgeschicke

Der Verband

Am Abend vor unserer Fahrt in den Urlaub kam Steffi mit den Hunden nach Hause. Überall wo Beeno langlief hinterließ er Flecken auf den Fliesen. Blut. Ein Schnitt im Fußballen. Und das vorm Urlaub. Wir beguckten uns die Wunde genau. Beeno freute sich über unser gesteigertes Interesse an ihm und fing urplötzlich an, leidend zu werden. Auswaschen, Betaisodona auf den Ballen und einen guten Verband. Ein Verband, am Fuß, wie soll ich denn nun laufen. Auf drei Beinen stand unser schwerverletzter Beeno vor uns. Hüpfend überwand er alle Hindernisse, sogar die Treppe. Wie komm ich denn nur zu Herrchen aufs Sofa, jammernd stand er vor mir. Natürlich half Herrchen Beeno, was bei Steffi fast einen Tobsuchtsanfall hervorrief. Klasse, Du unterstützt diesen Schauspieler auch noch. Beeno ist halt Oskarverdächtig.

Schnee

Bis auf das Esszimmer und unser Arbeits-(Hunde-)zimmer werden alle Türen geschlossen, wenn unsere Hunde alleine in der Wohnung sind. Das hat auch seinen guten Grund.

Eines Abends als wir nach Hause kamen, empfing uns ein recht verhaltener Beeno: Also, mit all dem was ihr gleich seht, habe ich wirklich nichts zu tun, nicht das ihr mich da irgendwie mit hineinziehen wollt, ich sag Euch das vorsichtshalber schon einmal. Wo war Eyka? Ich ging die Treppe hinauf ins Arbeitszimmer. Da lag Eyka, vorsichtig mit der Rute klopfend, auf dem Sofa. Auf dem Sofa? Nein, auf dem, was übrig war, im Schnee.

Eyka hatte das Sofa komplett zerlegt. Bezug zerrissen und den gesamt Schaumstoff zerpflückt. Nun saßen meine beiden Boxer vor mir, die Augen, der Blick, ein leichtes Wedeln mit der Rute. Was ist schon ein Sofa, wenn Boxer einen so ansehen. Nun sind alle Türen zu, es bleibt ihnen der Flur, das Treppenhaus und das Esszimmer. Beeno vermisst sein Sofa und sein Kissen. Auf Einzelschicksale kann man halt in der Gemeinschaft keine Rücksicht nehmen.

Gläubig

Fährtenprüfung in Jülich. Weite Äcker so weit wie man sehen kann. Beeno beginnt mit der Fährte. Weit am Horizont die Silhouetten eines Dorfes, einer Kirche. Die Glocken fangen an zu läuten, unser Beeno stoppt, der Kopf wird auf die Seite gelegt, das Geräusch wird geortet, es wird sich auf der Fährte umgedreht, zu Frauchen getrottet und sich vor Frauchen gesetzt. Entschuldigen Sie Herr Richter, aber mein Hund ist gläubig. Steffis Kommentar kam zunächst nicht so gut an. Beeno beschloss dann, seinen Job fortzuführen, aber die Punkte für den ersten Schenkel der Fährte waren weg. Am Schluss blieben 82 Punkte und ein echtes Beeno-Erlebnis.

Stallbursche

Vor kurzem fragte mein Freund Klaus mich, "Was machst Du eigentlich auf dem Hundeplatz, wenn Du selber gar keinen Hund führst?" Also, wenn Steffi vom Platz kommt übergibt sie mir den Hund, damit er Pippi machen kann, wenn sie eine Leine braucht bring ich sie ihr, wenn wir Fährten gehen, dann trete ich ihr die Fährte u.s.w.

Antwort Klaus: „Ach verstehe, bei den Pferdeleuten nennt man das, glaube ich, Stallbursche“.

Schönen Dank auch.

Der Charmeur

10 Männer und eine Frau stehen in einem Kreis, Unser Beeno rennt mit tausend Protzentiger Sicherheit zu der Frau. Ein Mann ruft ihn, zwei Meter daneben steht eine Frau, Beeno rennt an dem Mann vorbei zu der Frau. Auf dem Platz flirtet er mit jedem weiblichen Wesen. Ein Nasenstupser, ein sich auf die Füße rollen oder ein sich davor setzen und treu gucken, Beeno ist ein Frauchenhund. Seinem Charme ist bisher jede Frau erlegen. Von wem mag er das haben?

Im Büro

Einmal in der Woche nehme ich Eyka mit ins Büro. Ihr Rundgang beginnt bei meinem Kollegen Günther. Freudiges begrüßen und ein fantastisches Sitz vor dem Schrank mit Leckerchen. Nun beginnt für Eyka das Warten auf Angelika. Wenn sie ihre Stimme hört, ist Eyka nicht mehr zuhalten. Begrüßung und wo ist mein Leckerchen. Zwischendurch kommt unser Freund Klaus, der eine Etage tiefer arbeitet, zum Leckerchen verteilen nach oben. Guter Besuch! Der Rest Kollegen ist ihr eigentlich egal, Hauptsache die Drei sind da. Damit hat der Tag sich gelohnt. Immer wenn ich nicht aufpasse und ihr ausdrücklich sage, das sie auf ihrem Platz bleiben soll, büxt sie aus. Entweder finde ich sie bei Angelika oder bei Günther wieder. Sie weiß halt wer gut ist. Abends gibt es dann grundsätzlich nur noch die halbe Portion Futter.

Eine traurige Nachricht

Hommage an eine tolle Hündin

Es war Mitte Februar. Das Telefon klingelte, Wolli hier.

Ich musste heute Gonda einschläfern lassen. Sie war voller Krebs.

Wir waren sprachlos. Steffi bekam ihre Tränen kaum noch in den Griff.

Gonda war für uns der Inbegriff eines Boxers. Sie hat all ihre guten Seiten an Beeno vererbt. Es war immer eine große Freude sie zu erleben, sie war ein traumhafter Sport- und verschmuster Familienhund. Bei Wolli und Gonda sah man, was es heißt ein Team zu sein Sie laufen zu sehen war immer ein Genuss und Vorbild für uns. Vor solch einem Hund kann man sich nur verbeugen. Wir werden sie nie vergessen.

Tschüß Gonda.

Ein neuer Versuch beim BK, eine neue Gruppe

Zunächst wollte Steffi mit Eyka nur bei der Sommerprüfung in einer anderen BK-Gruppe starten. Nach unserem Urlaub begann sie, sich hier auf die Prüfung vorzubereiten. Wir genossen die entspannte Atmosphäre, Boxerleute in unserem Alter, Menschen mit denen man sich richtig unterhalten konnte. Ja das gab es wirklich. Der Ausbildungswart nahm sich sofort Steffi und der Hunde an.  Eine Gruppe mit Züchtern war für uns ebenfalls neu. Ein Spektrum von dem wir nun wirklich gar keine Ahnung hatten. Wir fühlten uns wohl. Bei der Sommerprüfung startete Steffi letztlich mit keinem Hund. Wir haben doch Zeit, lass sie uns doch in Ruhe vorbereiten. Dann läufst Du halt im Herbst mit beiden Hunden, so die Einschätzung des Ausbildungswartes. Im Herbst? Wieso plante er uns schon ein?  Wir waren doch nur Gäste. Es tut gut, wenn man mitbekommt, dass auch einmal positiv über die eigenen Hunde geredet wird. "Wer ist die Frau da auf dem Platz, die führt den Hund aber gut vor. Schau mal wie schön die Hündin läuft. Der Rüde schafft aber gut". Ganz neue, uns unbekannte Töne.

Schließlich wechselten wir die BK-Gruppe. Gleichzeitig wechselten wir hiermit auch den Landesverband. Wer in Rheinland-Pfalz wohnt, der sollte auch in der entsprechenden Landesgruppe sein.

Natürlich gibt es immer Auseinandersetzungen wo viele verschiedene Menschen aufeinander treffen, natürlich passt sein Gesicht nicht jedem und umgekehrt, natürlich müssen Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden, natürlich mag man den einen mehr als den anderen. Aber wie man damit umgeht ist das Entscheidende. Wir verbringen alle unsere Freizeit auf dem Hundeplatz, Hundesport ist unser Hobby. Dies alles darf kein Stress sein, es muss Freude machen.

Was ich aber überhaupt nicht verstehe ist, wenn Menschen der Auffassung sind, das ein Vorstandsposten in einem Hundeverein eine unglaublich wichtige Sache ist. Wir sind der Vorstand, ihr die Mitglieder. Wir sagen euch schon was gut für euch ist. Bald musste ich auch hier feststellen, dass Innovation auch in dieser Gruppe ein absolutes Fremdwort ist. Ideen waren nicht gefragt. Wir, der Vorstand wissen wie was zu regeln ist. Wir haben das schon immer so gemacht. Wieder halten einige Wenige die Gruppe für ihr privates Eigentum. Denn nur wen sie das Sagen haben, läuft alles gut. Sollten andere die Verantwortung übernehmen, geht der Verein kaputt.

Gut ist es, dass wir nicht mehr auf andere angewiesen sind. Wir wissen, wie man Hunde auszubilden hat. Wir sind ein eingespieltes Team. Nun arbeiten wir auf unserem BK-Platz in Bad Kreuznach. Zwischendurch geht es zum Intensivtraining zu Wolli ins Jeverland. Da wo man unsere Mithilfe braucht, sind wir zur Stelle. Aber mit Vorständen werde ich mich nirgends mehr auseinander setzen. Selbstdarstellern muss man Publikum und Bühne entziehen, dann spielen sie irgendwann nur noch für sich selber.

Damit alles seine Richtigkeit hat, haben wir noch einmal die Gruppe gewechselt. Dort wo man Hilfe bekommt, wo man sich versteht, dort sollte man auch gemeldet sein. Die sollen auch unseren Anteil am Mitgliedsbeitrag bekommen.

Tierärzte und Futter

Über nichts wird unter Hundefreunden mehr diskutiert als über Tierärzte und Futter. Beides ist Vertrauenssache. Wenn ich mit einem Futter gute Erfahrung gemacht habe, bloß nicht dem Werben anderer Futterhersteller erliegen. Nichts ist schlimmer für den Hund als dauernd das Futter zu wechseln. Für viele Krankheiten und Störungen ist der ständige Futterwechsel verantwortlich.

Tierärzte sind reine Vertrauenssache. Wenn ich dauernd die Diagnosen meines Tierarztes in Frage stelle, hilft das niemandem, weder mir, dem Hund noch dem Arzt. Wir fahren jedes Mal 40 Minuten zu unseren Tierärzten. Drei Ärzte, die rund um die Uhr erreichbar sind, genießen unser volles Vertrauen. Sie kümmern sich mit "Herzblut" um unsere Hunde. Wir sind ihnen sehr dankbar.

Nachwuchs bei Wolli

Der kleine Askan vom Himmelstor vervollständigt nun seit fast zwei Jahren wieder das Reepsholter Quartett. Wir freuen uns und werden seine Entwicklung zum Champ aufmerksam und gespannt beobachten.

Mittlerweile hat Wolli mit ihm die BH bestanden. Ein erster, wichtiger Schritt ist damit getan.

Zucht

Eigentlich sollte ja unsere Eyka die Stammhündin unseres Zwingers werden. Dass dies nicht geklappt hat, habe ich ja schon beschrieben. Mit den Haui`s aus Andernach haben wir nun Partner an unserer Seite, die sowohl züchten als auch Hundesport betreiben. Hier haben wir mittlerweile eine Menge über die Boxerzucht gelernt. Auch haben die Beiden uns in die „Geheimnisse“ der Ausstellungen eingeweiht. Ich weiß jetzt was „gute Zähne“, ein „nicht ausgeprägter Rücken“ oder „ein schlecht gewinkeltes Gebäude“ ist. Zwar sind Ausstellungen noch immer nicht „mein Ding“, aber ohne geht es nicht, wenn man züchten möchte.

2004 haben wir beim BK in München unseren Zwingernamen angemeldet. Unter dem Namen “Boxerzwinger vom Zehnthof“ möchten wir nun gesunde Boxer für den Leistungssport züchten.  Mit Hummel von der Wolfskaul soll nun der Traum einer guten Zuchthündin in Erfüllung gehen. Hoffentlich bleibt sie gesund, denn das ist bei unseren Boxern das Wichtigste.

Vorläufiges Ende

Jetzt ist Schluss. Drei /vier Seiten sollten es werden. Nun habe ich fast ein Buch geschrieben. Ausschließlich für mich. Mein Erlebtes ist einmalig, weil unsere Hunde einmalig sind. Keine Minute der letzten Jahre möchte ich missen. Man kommt bei seinen Erlebnissen mit anderen Menschen immer wieder zu dem Ergebnis: Hunde sind wohl doch die besseren Menschen. Boxer sowieso. Jede Freude ist ehrlich, jede Begrüßung herzlich, jede Gemütsregung echt, sie sind charakterfest und lassen sich nicht verbiegen, sind und bleiben Freunde. Wenn meinen Hunden jemand nicht passt, hat das seinen bestimmten Grund. Ja von den Hunden könnte mancher Mensch viel lernen. Ich habe es auch getan.

Übrigens: Unser Leben mit Boxern geht weiter.

Wer neugierig ist was wir und unsere Boxer  weiter erleben:

www.hoppesboxer.de und www.boxer-vom-zehnthof.de

Schlusswort

Ans Ende gehört immer ein Schlusswort. Herrchen hat gesagt, ich soll das schreiben. Schließlich hat er die letzten Wochen ja nur wegen mir so lange am Computer gesessen, geschrieben und Bilder ausgesucht. Natürlich kann ich Herrchen keinen Wunsch abschlagen, es gibt ja schließlich auch ein Leckerchen dafür.

Mittlerweile bin ich ein Veteran. Fast neun  Jahre habe ich jetzt auf dem Buckel. Für einen Boxer ist das schon einiges. Ich laufe jetzt nur noch Fährtenprüfungen. Alles andere macht mein Rücken nicht mehr mit. Die Spondylose. Ansonsten genieße ich das Leben, wache über meine zwei Mädels und freue mich über das Leben. Habe einiges erlebt in den letzten neun Jahren und hoffe, dass da noch eine Menge dazu kommt. Werde alles aufschreiben, damit niemand vergisst, wie toll so ein Boxerleben sein kann. Aber vergesst nie, wie wichtig Freunde in eurem Leben sind. Setzt nie leichtsinnig Freundschaften aufs Spiel, es gibt nichts wichtigeres und schöneres. Lasst Euch das von einem alten Boxer mit viel Lebenserfahrung sagen. Macht es gut und bleibt alle gesund.

Tschüß sagt

Euer Beeno

So ganz Tschüß sage ich natürlich nicht. Nachdem ich das Schlusswort so gut geschrieben hatte, ist Herrchen auf die Idee gekommen, ab sofort mich, Beeno von der Friedeburg, diese Geschichte weiter schreiben zu lassen. Nun schreibe ich alles, was wir so erleben, auf. Herrchen veröffentlicht dies dann im Internet. Diese Geschichte wird also unter dem Titel

„Beeno sein Senf - Aus dem Tagebuch eines Boxers“

weiter geschrieben. Es wäre ja sehr schade, wenn all das, was wir so erleben, einfach vergessen würde.

Ein letztes Mal lass ich nun Herrchen das beschreiben, was unser Leben noch einmal sehr verändert hat:

Lebenserfahrung

„Man wird so alt wie eine Kuh und lernt doch täglich noch dazu“, kein Spruch kann so abgedroschen sein, dass er nicht irgendwann zur Wahrheit wird.

Nun bin ich fast 50 Jahre alt und die Erkenntnis, dass man Menschen kennt, die man eigentlich gar nicht kennen bräuchte ist mir in den letzten Monaten so deutlich wie nie geworden.

Meine Erlebnisse mit Steffis Stiefvater gehörten nie zu denen, die man in Erinnerung behalten muss. Ein Mensch, der nie auch nur den Hauch von Gefühlen gezeigt hat, dem das Erlebte und die Freuden seiner engsten Angehörigen immer gleichgültig waren, der auch schon mal ein Jahr lang einfach nicht mit einem sprach, der nur dann gesellig wurde, wenn er über sich und seine Taten berichten konnte, solch ein Mensch ist eigentlich nur zu bedauern. Fast 20 Jahre habe ich mich bemüht, zu diesem Menschen ein halbwegs normales Verhältnis zu wahren. Eine einseitige Angelegenheit. Vor fast fünf Jahren sind wir in eines seiner Häuser eingezogen. Wir dachten, dass es gut ist, wenn man Menschen, die zu seinen engsten Angehörigen zählen, in seiner Nähe hat. Wir dachten es ist gut, wenn man da ist, wenn man gebraucht wird. Wir waren der Meinung, dass so etwas innerhalb einer Familie normal ist. Wenn nicht die eigene Familie, wer sollen dann die Menschen sein, für die man sich aus Liebe und Freundschaft verantwortlich fühlt?

Nach vielen Beschimpfungen und abfälligen Bemerkungen über unser Leben und unser berufliches Wirken, beschloss er (Steffis Stiefvater) – sicher als erzieherische Maßnahme gedacht - nun das Haus, welches er für gutes Geld an uns vermietet hat, zu verkaufen. Per Zufall erfuhr Steffi davon. Dass wir dann handelten und uns ein eigenes Haus gekauft haben, auch dieses wurde verurteilt. Wir hätten das Gespräch suchen müssen - so der Vorwurf. Was für ein Gespräch, für wen oder was hält diese Person sich eigentlich?

Für Kündigung und Auszug mussten wir sogar die Hilfe eines Rechtsanwaltes in Anspruch nehmen. Die Tochter seiner Frau verklagen zu wollen um noch für ein paar Monate zusätzlich Miete zu bekommen, auch das zeichnet sicher den Charakter dieses Menschen aus.

Ich bin sicher kein großer Familienmensch, aber ich liebe meine Frau, meine Eltern, unsere Boxer und ich bin stolz auf die Freunde die ich habe. So habe ich nun jemanden aus meinem Leben gestrichen, gleichzeitig aber auch verdeutlicht bekommen, wie wertvoll doch Freunde sind. Dass unsere Boxer am Ende doch die besseren Menschen sind, ist halt nicht nur ein Spruch, sondern Wirklichkeit.

Mit dem Einzug in unser eigenes Haus beginnt nun für uns ein neuer Lebensabschnitt. Es hat lange gedauert, bis wir mit uns und unsrem Leben zufrieden endlich „zu Hause“ angekommen sind. Nun leben wir in Bandorf mit unseren Boxern, die mittlerweile jeder im Dorf  kennt, und sind mit uns und unserem Leben zufrieden, freuen uns mit unseren Freunden über alles was wir gemeinsam erreichen. „Hundeleute“ haben ihre eigene Welt, die andere Außenstehende nicht verstehen. Brauchen sie auch nicht. Wir haben mittlerweile in ganz Deutschland Freunde und Bekannte, sind auf vielen Hundeplätzen „zu Hause“. Dies ist unsere Welt, wir wollen sie nicht mehr missen.

Unser Haus wird immer für unsere Freunde geöffnet sein und hoffentlich vor Leid und Unglück verschont bleiben.

Was wir hier alles erleben, dies aufzuschreiben und zu berichten ist ab jetzt Beenos Aufgabe.

Ein Leben ohne Boxer ist möglich, aber sinnlos

 

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