Amsel`s Post Nr. 1 
Hallo Freunde,
mein
Name ist Amsel vom Zehnthof. Ich wurde am 26.01.2007 als eines von sieben
Boxerkindern in Remagen-Bandorf geboren. Meine Ma heißt Hummel von der
Wolfskaul, mein Pa Aaron von Inis Vitrin. Mein Herrchen und Frauchen sind
Steffi und Jürgen Hoppe. Als ich geboren wurde, gehörten zu der Boxerfamilie
noch Eyka von der Isenburg und Beeno von der Friedeburg. Den Beeno habe ich
nicht oft gesehen, aber ich habe sofort gemerkt, der ist hier der Chef. Ein
paar Mal hat er uns Boxerbabys anständig Bescheid gesagt und sofort klar
gestellt, wer hier etwas zu sagen hat und wer nicht. Doch eines Abends waren
alle ganz traurig und Frauchen hat ganz viel geweint. Frauchen und Herrchen
haben uns Babys dann erklärt, dass der Beeno krank geworden ist und nicht
wieder gesund geworden wäre. Der Tierarzt hat ihm dann beim Einschlafen
geholfen. Die Eyka hat das ziemlich cool gesehen aber unsere Ma war in den
Tagen nach Beenos Tod ganz traurig und hat ihn überall gesucht. Dabei haben
wir Zwerge sie eigentlich so in Trab gehalten, dass sie für’s traurig sein
gar keine Zeit hätte haben dürfen.
Seitdem sind nun schon ein paar Monate ins Land gegangen. Alle meine
Geschwister haben uns verlassen und eine eigene Familie gefunden. Ich bin
als einzige von den Babys hier geblieben. Eines Tages hat Herrchen zur mir
gesagt, du bleibst bei uns, du bist jetzt ein Hoppesboxer. So richtig konnte
ich damals damit noch nichts anfangen. Heute weiß ich erst, dass diese
Entscheidung eine ganz tolle Sache für mich ist. Ich lebe hier in einem
tollen Rudel, indem nun die Eyka unsere Chefin ist. Vor ein paar Tagen kam
mein Herrchen zu mir und hat mir gesagt, dass ich nun alt genug bin, um auch
eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Bisher hat der Beeno unsere Freunde
immer unterrichtet was in unserem Boxerleben so alles passiert. Nun, wo er
tot ist und uns von der Regenbogenbrücke zuschaut, muss dies ein anderer tun
und Herrchen meint, ich, die kleine Amsel soll das sein. Da der Beeno ja
mein Onkel gewesen ist vermutet Herrchen, dass das schriftstellerische
Talent in der Familie liegt. OK, also bin ich nun die neue
Berichterstatterin der Hoppesboxer und trete in ziemlich große
Pfotenabdrücke. Ich werde versuchen im Andenken an den Beeno alles so gut
wie möglich zu machen.
Dann fangen wir mal an:
An meine Babyzeit kann ich mich nur noch ein wenig erinnern, ich war einfach
noch zu klein, um mir alles zu merken. Auch war die Zeit so voller Eindrücke
und Abenteuer, dass ich gar keine Zeit hatte mir alles zu merken. Ich weiß
nur, dass immer etwas los war. Dauernd waren fremde Leute in unserem Haus
und haben dann meine Geschwister auf den Arm genommen und sich gefreut. Mich
hat nicht einer von denen auf den Arm genommen, dass hatte mich
schon
ein wenig eifersüchtig gemacht. Heute weiß ich, dass ich dazu gar keinen
Grund hatte. Irgendwann wurden wir immer weniger, jeden Tag verschwand eines
meiner Geschwister, bis ich auf einmal mit Eyka und meiner Ma alleine war.
Zunächst hatte ich Angst, dass mich auch noch jemand holen kommt, doch dann
habe ich schnell verstanden, dies ist nun mein Zuhause. Hier werde ich mein
Boxerleben verbringen.
Und schon bald lernte ich viele Menschen kennen, andere Hunde, die gar nicht
so aussehen wie Boxer, aber mit denen man trotzdem spielen kann, viele
Hundeplätze und habe ganz schnell gemerkt: Hier wird mir nie langweilig
werden.
Trotzdem musste ich irgendwann plötzlich feststellen, dass es auch eine
ernste Seite in meinem Leben geben wird: ich soll gehorchen, ich soll keinen
Blödsinn machen, ich soll meine Ma und die Eyka nicht zanken, ich soll nicht
in die Wohnung machen, die Rolle Klopapier darf ich nicht durch die Wohnung
ziehen, ich soll nichts vom Tisch nehmen, die Mülleimer sind tabu, ich darf
keine Kissen auseinander nehmen um dann mit der Füllung zu spielen, liebe
Freunde dies könnte ich noch stundenlang fortsetzen. Warum ich dies alles
nicht soll, habe ich nicht so richtig verstanden, aber die Menschen haben
wohl so komische Regeln.
Schnell bin ich dahinter gekommen, dass man sich an dieses Dinge halten
sollte, wenn Herrchen und Frauchen da sind. Das ist irgendwie für die
Stimmung besser. Auch ist es wesentlich einfacher mit Herrchen auszukommen,
der sieht das alles viel lockerer. Mit Frauchen ist dagegen nicht immer
alles so einfach. Die meint meistens was sie sagt und will dann auch
tatsächlich dass man das auch macht. Kein Problem ist es, wenn die Beiden
weg sind. Da mache ich was ich will. Da es eine Strafe für irgendwelche
Dummheiten nur dann gibt, wenn man mich dabei erwischt ist das Wichtigste
einfach, sich nicht erwischen lassen Und wenn man dann noch mit der Rute und
dem Hinterteil wackelt und versucht Küsschen zu geben, dann ist sowieso
sofort alles wieder gut. Ich lerne schnell!!!
Gegen den Willen von Frauchen schlafe ich nachts bei den Beiden im Bett.
Eyka und Hummel wollen das auch, aber die laufen dann immer ums Bett und
warten darauf, dass einer sagt „na dann komm“. Das tut aber meistens keiner.
Ich springe einfach ohne einen anzuschauen aufs Bett, lege mich sofort an
Herrchens Füße und mache die Augen zu. Erstens bin ich nicht bei Frauchen im
Bett sondern bei Herrchen und der sagt immer „ach lass sie doch“ und
zweitens: Wer schläft hört nichts:-))))
Ganz toll ist es, wenn wir alle mit dem Wohnwagen unterwegs sind. Ganze zwei
Wochen waren wir in Ostfriesland, bei Beenos altem Herrchen. Der Wolli ist
jetzt auch mein Freund. Auch den Ede habe ich dort kennen gelernt und sofort
ins Herz geschlossen.
Meine Ma musste dort ganz viel üben. „Fährten“ heißt das. Ma hat mir
erzählt, dass der Beeno ein ganz toller Fährtenhund war. Ihr hat man immer
erzählt, wie gut er war und dass sie sich ihn als Vorbild nehmen soll. Nun
ist sie der gute Fährtenhund und Herrchen erzählt mir, dass ich auch mal so
gut wie meine Ma suchen soll. Frauchen sagt dann immer gleich, dass, wenn
Herrchen und ich weiterhin so faul sind, wir das nie richtig lernen würden.
Insgesamt hält unser Frauchen nicht besonders viel von Herrchens und meiner
Arbeit auf dem Hundeplatz. Herrchen bewegt sich nicht genug, außerdem wäre
ich ein zu guter Hund und Herrchen schafft das nicht mit mir. Liebe Freunde,
eins verspreche ich euch: Herrchen und ich sind ein Team und wir schaffen
das.
Letzte Woche durfte ich das erste Mal bei einer Prüfung zusehen. Meine Ma
hat die Fährtenhundprüfung 2 bestanden. Frauchen und Ma haben sich damit für
die Landesmeisterschaft qualifiziert. Ich bin ganz stolz auf die Zwei.
Bevor
wir mit dem Wohnwagen unterwegs waren, waren wir auf einer Ausstellung. Ich
war mit vielen anderen Boxern in einem Ring. Die Richterin hat mich genau
beguckt, ich musste mit Frauchen im Kreis laufen und mich grade und
gestreckt hinstellen. Dann hat die Richterin gesagt, ich wäre ein „vielversprechender“
Hund. Das habe ich schon vorher gewusst. Dafür brauche ich dieses ganze
Theater nicht. Herrchen hat mir versprochen, dass ich dies nicht oft machen
muss. Das hat mich dann beruhigt. Meine Hummelmama hat auch in einem Ring
gestanden, „Gebrauchshundeklasse“ hieß das, glaub’ ich. Da hat sie ein „V 3“
erhalten. Und schwups – bekam ich schon wieder ein Vorbild vor die Nase
gesetzt. Dabei weiß ich doch, dass ich kein hässlicher Hund bin. Im Moment
zeige ich den Leuten gerne meine untere Zahnreihe – sollen ruhig sehen, mit
was für Beisserchen ich durch die Gegend laufe, dann lässt man mir auch
hoffentlich meine Ruhe. Nur Herrchen nennt mich dann immer „Du hässlicher
schwarzer Vogel“. Ansonsten bin ich seine liebe süße Amsel. Habe ich noch
nicht so ganz verstanden, was diese unterschiedlichen Bezeichnungen sollen –
ist vermutlich eine männliche Eigenschaft.
Zur Zeit haben wie es richtig gut, Frauchen ist zu Hause und darf nicht
arbeiten. Sie hat so einen komischen harten Verband am linken Arm. Da können
wir den ganzen Tag zusammen mit Frauchen kuscheln. Nur an dieses merkwürdige
weiße Ding lässt sie uns nicht ran. Ich würde ja zu gerne mal probieren wie
es schmeckt, aber Frauchen wird direkt böse und schimpft mit mir.
Schutzdienst kann man damit auch nicht machen, also ich hab nicht
verstanden, wozu das Ding dann gut sein soll.
So liebe Freunde, für das erste Mal habe ich nun genug geschrieben. Es war
ganz schön anstrengend. Ich verspreche Euch, alles was ich erlebe genau zu
beobachten und mir zu merken, um es Euch dann zu berichten. So werdet ihr
auch weiterhin erfahren, was die Hoppesboxer so alles erleben.
Es grüßt Euch Euer
Amselchen
Weihnachtsgrüße
Hallo Freunde,
ich werde nun noch schnell ein paar Zeilen an meine erste Post dranhängen.
Frauchen und Herrchen haben mir erzählt, dass bald Weihnachten ist. Dies ist
ein Fest, an dem man an all seine Freunde denkt und ihnen Grüße sendet und
etwas schenkt. Es ist mein erstes Weihnachten und ich bin schon ganz
aufgeregt.
Wir fahren noch einmal nach Bad Kreuznach. Dort ist dann Weihnachtsfeier.
Danach ist Winterpause, sagt Frauchen. Wir fahren dann die nächsten Wochen
auf keinen Hundeplatz, wir bleiben einfach zuhause.
Ich habe in den letzten Wochen so viel erlebt, ich kann das gar nicht alles
aufschreiben. Wir waren zum trainieren und zur Prüfung in Bürstadt. Hier
kommt mein Papa her. Hatte mächtig Respekt vor dem stolzen Kerl. Wir waren
in Trier und in Kaiserslautern. Überall haben Frauchen und Herrchen Freunde
wiedergesehen. Alle wollten mich sehen, immer hieß es „wo ist das
Amselchen“. Finde ich toll, so im Mittelpunkt zu stehen. Auch einige meiner
Geschwister sehe ich immer wieder. Die Ayreen kommt schon mal nach Bad
Kreuznach und Zoe mit Petra und Peter wohnen ja ganz in unserer Nähe.
Ganz toll habe ich mich über meinen neuen Freund Ferro gefreut. Mit dem kann
ich stundenlang toben. Er kam uns mit Nina und Paulo besuchen. Aber mein
bester Freund ist Querido, der, der sich mit Beeno nicht so richtig
anfreunden konnte. Aber ich finde den toll, von dem kann man ein ganze Menge
Blödsinn lernen. Mit ihm und Gabi und Joachim treffen wir uns oft. Dass es
toll ist, so gute Freunde zu haben, habe ich ganz schnell gemerkt.
Also,
wenn ich so auf mein bisher kurzes Leben zurückblicke muss ich feststellen,
dass ich schon eine ganze Menge erlebt habe. Wir haben prima Freunde und
Eyka, Hummel und ich sind ein tolles Team. Wir sind so gut, dass Frauchen
und Herrchen schon mal an uns verzweifeln. Natürlich gibt es auch viele
Dinge, die mich stören. Viele Dinge, die mir besonders Spaß machen, darf ich
nicht. Ich darf nicht Herrchens Abendbrot essen, ich darf nicht auf dem
Esstisch stehen, ich darf nicht Frauchens teurer Brille eine neue Form
geben, den vollen Brötchenkorb zu leeren fand auch keinen großen Anklang,
noch nicht gelesene Zeitungen auseinander nehmen soll ich nicht, dem Besuch
an die Nase springen wurde mir ebenfalls verboten, Fernbedienungen zerkauen
war auch nicht der Knaller und mit der weißen Füllung aus dem Hundebett die
Wohnung neu zu dekorieren hat Frauchen und Herrchen anscheinend gar nicht
zugesagt. Mir würden noch einige tolle Sachen einfallen, die anscheinend nur
ich gut finde. Pfui, lass das, Amsel nein, sei endlich lieb, sind so die
meisten Wörter die ich zu hören bekomme. Herrchen sagt immer, „wenn sie
älter wird, wird sie schon ruhiger“, Frauchen meint dann, „10 Jahre würde
sie darauf aber nicht warten“.
Ich
kann Euch nur versprechen, dass ich mich nicht ändern werde. Mir macht das
Boxerleben so wie es ist mächtig Spaß.
So, nun ist Weihnachtspause. Ich wünsche Euch allen ein schönes
Weihnachtsfest. Nach Weihnachten beginnt dann ein neues Jahr. Ich soll Euch
von Frauchen und Herrchen hierfür alles Gute wünschen und gesund sollt ihr
bleiben.
Macht es gut
Euer Amselchen